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Im Fokus Onkologie

, Volume 22, Issue 2, pp 58–58 | Cite as

Fortgeschrittenes Mammakarzinom: PARP-Hemmung bei BRCA1/2-Mutation

  • Kathrin von Kieseritzky
Gynäkoonkologie Literatur kompakt
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Bei fortgeschrittenem Mammakarzinom und BRCA1/2-Mutation verlängert der Poly-Adenosindiphosphat-Ribose-Inhibitor Talazoparib gegenüber der Standardchemotherapie das progressionsfreie Überleben.

In der randomisierten Open-Label-Phase-III-Studie wurden 431 Patientinnen ab 18 Jahren mit fortgeschrittenem Mammakarzinom und BRCA1/2-Mutation auf den PARP(Poly-Adenosindiphosphat-Ribose-Polymerase)-Inhibitor Talazoparib (n = 287) oder eine Standardmonochemotherapie nach Auswahl durch den Behandler (Capecitabin, Eribulin, Gemcitabin oder Vinorelbin; n = 144) randomisiert. Die Tumorkrankheit war entweder lokal so weit fortgeschritten, dass sie nicht mehr kurativ behandelt werden konnte, oder war bereits metastasiert. Die Therapie wurde so lange durchgeführt, bis die Krankheit voranschritt, unakzeptable Nebenwirkungen auftraten oder die Entscheidung zum Therapieabbruch getroffen wurde. Ein Wechsel von der Chemotherapie- in die Talazoparib-Gruppe war ausgeschlossen. Primärer Endpunkt war das progressionsfreie Überleben (PFS).

Das mediane PFS war in der Talazoparib-Gruppe signifikant länger als in der Standardchemotherapiegruppe (8,6 vs. 5,6 Monate; Hazard Ratio [HR] für Krankheitsprogress oder Tod 0,54; 95 %-Konfidenzintervall [KI] 0,41–0,71; p < 0,001). Die mediane HR für Tod betrug in der Interimsanalyse 0,76 (95 %-KI 0,55–1,06; p = 0,11 [57 % der zu erwartenden Ereignisse]). Die objektive Responserate war in der Talazoparib-Gruppe besser als in der Standardchemotherapiegruppe (62,6 vs. 27,2 %; Odds Ratio 5,0; 95 %-KI 2,9–8,8; p < 0,001).

Hämatologische Nebenwirkungen vom Grad 3–4, vor allem Anämie, traten unter Talazoparib bei 55 % der Patienten und unter der Standardchemotherapie bei 38 % auf. Nichthämatologische Nebenwirkungen vom Grad 3 kamen bei 32 bzw. 38 % der Patientinnen vor.

Die signifikante generelle Verbesserung ihres Zustands und eine signifikante Verzögerung bis zum Auftreten klinisch bedeutsamer Verschlechterungen unter Talazoparib bewirkten zudem eine verbesserte gesundheitsbezogene Lebensqualität.

Fazit: Bei Patientinnen mit fortgeschrittenem Brustkrebs und BRCA1/2-Mutation bringt der PARP-Inhibitor Talazoparib gegenüber einer Standardchemotherapie signifikante Überlebensvorteile.

Literatur

  1. Litton J K et al. Talazoparib in Patients with Advanced Breast Cancer and a Germline BRCA Mutation. N Engl J Med. 2018;379(8):753-63CrossRefGoogle Scholar

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Authors and Affiliations

  • Kathrin von Kieseritzky
    • 1
  1. 1.

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