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Im Fokus Onkologie

, Volume 22, Issue 2, pp 60–60 | Cite as

Zervixkrebs: Neoadjuvanz und Chirurgie schlechter als Radiochemotherapie?

  • Robert Bublak
Gynäkoonkologie Literatur kompakt
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Frauen mit lokal fortgeschrittenem Zervixkarzinom leben nach Radiochemotherapie (RCT) länger krankheitsfrei als nach einer Operation mit vorgängiger neoadjuvanter Behandlung.

Für Frauen mit lokal fortgeschrittenen Zervixkarzinomen stehen bis zum Stadium IIA 2 Therapieoptionen zur Verfügung: Operation mit kurativer Intention und primäre RCT. Dabei gilt die platinbasierte RCT vor allem im angelsächsischen Raum ab dem FIGO-Stadium IB2 als Standard. In Deutschland hingegen überwiegt bis zum Stadium IIA die Operation. Angesichts einer Rückfallquote lokal fortgeschrittener Zervixkarzinome nach RCT von 25–40 % und der Therapietoxizität, scheint die radikale Hysterektomie nach neoadjuvanter Chemotherapie eine attraktive Alternative zu sein. Indische Forscher haben die Ergebnisse von RCT und neoadjuvanter Chemotherapie gefolgt von einer Operation in einer randomisierten Studie verglichen. Beteiligt waren 633 Frauen mit einem Zervixkarzinom vom Plattenepitheltyp (Stadium IB2–IIB).

316 Patientinnen erhielten eine 3-wöchige neoadjuvante Chemotherapie mit Paclitaxel und Carboplatin und anschließender Operation. 317 Frauen wurden einer RCT unterzogen. Der mediane Follow-up-Zeitraum betrug 58,5 Monate.

Die Rate des krankheitsfreien Überlebens (DFS), auf 5 Jahre gerechnet, betrug nach Neoadjuvanz und Operation 69,3 %, nach RCT 76,7 %. Einflussfaktoren berücksichtigt, ergab sich für die RCT ein relativer Vorteil von 46 % im DFS, wobei vor allem die Subgruppe der Patientinnen mit Tumoren im Stadium IIB profitierte. Ein Nutzen der RCT bezüglich des 5-Jahres-Gesamtüberlebens zeigte sich nicht.

Beide Therapieformen erwiesen sich als verträglich. Während der Therapie hatten Patientinnen unter Neoadjuvanz und Operation mit mehr Problemen zu kämpfen, in den folgenden 90 Tagen drehte sich das Verhältnis um. Nach 2 Jahren gab es keinen Unterschied mehr zwischen den Gruppen, abgesehen von häufigeren vaginalen Toxizitäten in der RCT-Gruppe.

Fazit: Nach cisplatinbasierter RCT bleiben mehr Patientinnen mit Zervixkarzinomen in den Stadien IB2–IIB 5 Jahre von Rezidiven verschont als nach einer neoadjuvanten Chemotherapie mit Paclitaxel und Carboplatin und radikaler Hysterektomie.

Literatur

  1. Gupta S et al. Neoadjuvant Chemotherapy Followed by Radical Surgery Versus Concomitant Chemotherapy and Radiotherapy in Patients With Stage IB2, IIA, or IIB Squamous Cervical Cancer: A Randomized Controlled Trial. J Clin Oncol. 2018;36(16):1548-55CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Robert Bublak
    • 1
  1. 1.

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