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Im Fokus Onkologie

, Volume 22, Issue 2, pp 58–58 | Cite as

Prämenopausales Mammakarzinom: Antihormonelle Therapie kombinieren

  • Kathrin von Kieseritzky
Gynäkoonkologie Literatur kompakt
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In 2 Studien hatte sich gezeigt, dass die Rezidivrate an prämenopausalem Brustkrebs signifikant niedriger ausfällt, wenn die ovarielle Suppression mit dem Aromatasehemmer Exemestan anstatt mit Tamoxifen kombiniert wird. Was sagen die neuesten Ergebnisse?

In den Studien SOFT (Suppression of Ovarian Function Trial) und TEXT (Tamoxifen and Exemestane Trial) war die 5-Jahres-Rezidivrate an Brustkrebs bei prämenopausalen Frauen unter dem Aromatasehemmer Exemestan und ovarieller Suppression signifikant niedriger als unter Tamoxifen und ovarieller Suppression. Gleichzeitig hatte sich nach einem medianen Follow-up von 5,6 Jahren bei Hinzufügen der ovariellen Suppression zu Tamoxifen gegenüber der alleinigen Tamoxifen-Gabe kein signifikant höheres krankheitsfreies Überleben (DFS) ergeben — und das, obwohl bei Frauen mit erhöhtem Rezidivrisiko, die eine adjuvante Chemotherapie erhielten, die Zugabe der ovariellen Suppression die Rezidivrate senkte [Francis PA et al. N Engl J Med. 2015;372 (5):436-46]. Nun wurden die neuesten Ergebnisse der SOFT-Studie und eine kombinierte Analyse der SOFT- und TEXT-Studie nach einem medianen Follow-up von 8 und 9 Jahren berichtet.

Die prämenopausalen Patientinnen waren auf 5 Jahre Tamoxifen (SOFT-Studie), Tamoxifen plus ovarielle Suppression (SOFT- und TEXT-Studie) oder Exemestan plus ovarielle Suppression (SOFT- und TEXT-Studie) randomisiert worden.

In der SOFT-Studie betrug die 8-Jahres-DFS-Rate unter Tamoxifen allein 78,9 %, unter Tamoxifen plus ovarieller Suppression 83,2 % und unter Exemestan plus ovarieller Suppression 85,9 %. Die Rate des 8-Jahres-Gesamtüberlebens (OS) betrug unter Tamoxifen allein 91,5 %, unter Tamoxifen plus ovarieller Suppression 93,3 % und unter Exemestan plus ovarieller Suppression 92,1 %.

Nebenwirkungen Grad ≥ 3 wurden bei 24,6 % der Patientinnen unter Tamoxifen, 31,0 % unter Tamoxifen plus ovarieller Suppression und 32,3 % unter Exemestan plus ovarieller Suppression berichtet.

Fazit: Die Zugabe von ovarieller Suppression zu Tamoxifen führt im Vergleich zu alleinigem Tamoxifen zu einer signifikant höheren 8-Jahres-OS- und DFS-Rate. Die Therapie mit Exemestan und ovarieller Suppression bedingt eine noch höhere DFS-Rate. Gleichzeitig treten mehr Nebenwirkungen unter der ovariellen Suppression auf.

Literatur

  1. Francis P A et al. Tailoring Adjuvant Endocrine Therapy for Premenopausal Breast Cancer. N Engl J Med. 2018;379(2):122-37CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Kathrin von Kieseritzky
    • 1
  1. 1.

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