Advertisement

Im Fokus Onkologie

, Volume 22, Issue 2, pp 57–57 | Cite as

Mammografiescreening: Was bewirkt’s?

  • Kathrin von Kieseritzky
Gynäkoonkologie Literatur kompakt
  • 11 Downloads

Senkt das Mammakarzinomscreening die brustkrebsbedingte Mortalität oder nicht? Beim Blick auf diese einfache Frage zeigt eine Beobachtungsstudie, wie komplex die Evaluierung der Langzeiteffekte des Brustkrebsscreenings ist.

In einer aktuellen Studie zur Untersuchung der Langzeiteffekte des Mammografiescreenings auf die brustkrebsbedingte Mortalität wurden Daten aus dem bevölkerungsbasierten Brustkrebsscreeningprogramm in Kopenhagen, Dänemark ausgewertet. Verglichen wurde die Brustkrebsmortalität bei Frauen, die zum Screening eingeladen worden waren, mit der zu erwartenden Rate beim Fehlen des Screenings. Untersucht wurde der Effekt des Screenings mit unterschiedlichen Berechnungsmodellen:
  • Beim „naïven Modell“ wurden alle Brustkrebstodesfälle einbezogen.

  • Beim „Follow-up-Modell“ wurden nur die Brustkrebstodesfälle bei Frauen gezählt, die die Diagnose nach der ersten Einladung zum Screening erhalten hatten.

  • Das „Evaluationsmodell“ funktionierte analog zum „Follow-up-Modell“, jedoch wurde nur die Zahl der Brustkrebstodesfälle bei Frauen im Screeningalter berücksichtigt.

Insgesamt wurden 18.781.292 Personenjahre (PJ) einbezogen, davon betrafen 976.743 Frauen, die zum Screening eingeladen worden waren. Das naïve Modell und das Follow-up-Modell zeigten eine Senkung der Brustkrebsmortalität nach der Einladung zum Screening um 10 bzw. 11 %. Viele der Todesfälle betrafen allerdings Frauen, deren Mammakarzinom erst diagnostiziert worden war, als sie das Alter für das Screening überschritten hatten. Wenn dies in der Analyse berücksichtigt wurde (Evaluationsmodell), ergab sich eine Reduktion der Brustkrebsmortalität nach Einladung zum Screening um 20 % (95 %-Konfidenzintervall 10–29). Bei Frauen, die am Screening teilnehmen konnten, traten nur 43 % der erwartbaren Brustkrebstodesfälle nach der ersten Einladung zum Screening ein. Die rohe Brustkrebsmortalitätsrate betrug 73,2 pro 100.000 PJ verglichen mit 93,0 pro 100.000 PJ, die ohne Screening zu erwarten wären.

Fazit: Bei zum Mammografiescreening eingeladenen Frauen ist die Brustkrebsmortalität um 20 % gesenkt. Allerdings beschränkt sich der Effekt auf Frauen, die das Screeningalter noch nicht überschritten haben.

Literatur

  1. Beau A-B et al. Limitations in the Effect of Screening on Breast Cancer Mortality. J Clin Oncol. 2018; https://doi.org/10.1200/JCO.2018.78.0270CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Kathrin von Kieseritzky
    • 1
  1. 1.

Personalised recommendations