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Im Fokus Onkologie

, Volume 22, Issue 2, pp 52–52 | Cite as

Seltener Prostatakrebsdiagnose nach Reduktasehemmertherapie

  • Peter Leiner
Uroonkologie Literatur kompakt
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Wird benigne Prostatahyperplasie mit 5-α-Reduktasehemmern behandelt, reduziert das die Wahrscheinlichkeit für ein Prostatakarzinom (PCA). Das zeigen die Ergebnisse einer retrospektiven Studie über 20 Jahre.

In einer retrospektiven Studie wurde der Zusammenhang zwischen der routinemäßigen Anwendung von 5-α-Reduktasehemmern (5-αRH) bei Männern mit benigner Prostatahyperplasie (BPH) und der PCA-Inzidenz, der Schwere der Erkrankung und der krebsspezifischen Mortalität untersucht. Dafür wurden Daten des Gesundheitsministeriums von Saskatchewan, Kanada, sowie des dortigen Krebsregisters genutzt. 4.571 BPH-Patienten wurden mit 5-αRH und 7.764 mit einem α-Blocker behandelt. Kontrollgruppe waren 11.677 BPH-Patienten, die keine derartige Arznei erhielten. Primärer Endpunkt war die Entwicklung eines PCA.

Nach im Median 4–6 Jahren erkrankten 5,8 % der Männer mit 5-αRH-Behandlung neu an einem PCA, in der α-Blockergruppe waren es 11,4 % und in der Kontrollgruppe 11,0 %. Die PCA-spezifischen Sterberaten betrugen 1,2 %, 2,4 % und 2,2 %. Dabei war das PCA-Risiko mit 5-αRH-Behandlung um etwa 40 % geringer als ohne medikamentöse Behandlung. Gegenüber Unbehandelten war es bei Männern mit α-Blockerbehandlung um 11 % geringer.

Allerdings war die Wahrscheinlichkeit, dass ein aggressives PCA (Gleason-Score 8–10) entdeckt wurde, in den Arzneigruppen um etwa 30 % höher (adjustierte Hazard Ratio [HR]: 1,37 bei 5-αRH-Behandlung, 1,28 bei α-Blockertherapie). In der HR-Berechnung wurden u. a. Alter, Lipidsenkertherapie, Diabetes und Hypertonie berücksichtigt. Die Forscher weisen darauf hin, dass nicht überprüft werden konnte, ob die verschriebenen Präparate tatsächlich regelmäßig eingenommen wurden. Bei fast jedem dritten Teilnehmer hätten zudem Angaben zum Gleason-Score gefehlt.

Fazit: Bei BPH-Patienten war das Risiko für eine Diagnose eines PCA bei Einnahme von 5-αRH niedriger als bei Männern, die α-Blocker oder keine dieser Substanzen einnahmen. Das Metastasierungsrisiko und die Mortalität blieben unbeeinflusst. Allerdings stieg das Risiko für aggressive PCA (mit Gleason-Score 8–10) unter der Therapie.

Literatur

  1. Van Rompay MI et al. Impact of 5α-reductase inhibitor and α-blocker therapy for benign prostatic hyperplasia on prostate cancer incidence and mortality. BJU Int. 2019;123(3):511-8CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Peter Leiner
    • 1
  1. 1.

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