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Im Focus Onkologie

, Volume 21, Issue 12, pp 75–75 | Cite as

Nachgefragt

Wo investieren im Digital-Health-Markt?

  • Springer Medizin
Praxis konkret
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? Für Ärzte kann die Gesundheitsbranche ein interessantes Anlagefeld sein, weil der Markt bekannt ist. Bei Digital Health ist es komplizierter. Woran kann sich orientieren, wer einsteigen will?

Lofruthe: Wer in ein junges Unternehmen der digitalen Gesundheitsbranche einsteigen will, sollte zuerst danach fragen, ob das Geschäftsmodell einen echten Nutzen bringt: Bringt es eine bessere Therapie? Beschleunigt es die Behandlung? Wird die Verwaltungsarbeit reduziert? Auch wir gehen so vor, und wenn wir einen echten Nutzen sehen, dann ist das Unternehmen grundsätzlich interessant. Von Modellen, die darauf spekulieren, Geld von der linken in die rechte Tasche zu transferieren, halten wir nichts.

Für Ärzte oder Apotheker speziell kann es sinnvoll sein, in Bereiche zu investieren, wo sie selbst Bescheid wissen, etwa Arzt- oder Apothekensoftware. Da kann man am ehesten beurteilen, ob ein System etwas taugt. Leider gibt es in Europa gerade in diesem Segment nur wenige Unternehmen an der Börse. Die Musik spielt bisher in den USA. Der Trend wird aber auch in Europa stärker, ein Beispiel ist der Börsengang von Siemens Healthineers.

? Angesichts hoher Wachstumsraten: Kann man als Anleger etwas falsch machen, wenn man in Digital Health investiert?

Lofruthe: Ja, man kann! Die hohen Wachstumsraten sind nur die Zusammenfassung des Gesamtmarktes, es gibt aber natürlich in jungen Märkten auch Unternehmen, die scheitern.

Nur auf ein einzelnes Pferd zu setzen, ist daher ein hohes Risiko, die Diversifikation über einen Fonds verringert das Verlustrisiko. Zwar kann auch ein Fondsmanager mal daneben liegen, aber wenn zum Beispiel 50 professionell ausgewählte Unternehmen im Portfolio sind, dann schlägt ein einzelner Kursverlust weniger ins Kontor.

? Wie beurteilt ein Anleger die Performance von Fonds, beziehungsweise was sind sinnvolle Benchmarks für spezialisierte Fonds, in die Ärzte einsteigen könnten?

Lofruthe: Eine grobe Orientierung bei Gesundheitsaktienfonds kann zum Beispiel der Börsenindex MSCI World Healthcare sein. Bei sehr spezialisierten Themenfonds ist der Vergleich schwieriger. Der „apo Digital Health“ etwa ist der erste mit dieser Ausrichtung. Und es bringt letztlich nichts, Äpfel mit Birnen zu vergleichen. In diesem Fall ist es das Beste, einfach auf die typischen Kennzahlen zu fokussieren, etwa Rendite oder Volatilität. Wirklich beurteilen lässt sich ein solcher Fonds nur langfristig, gerade bei einem noch jungen Thema wie Digital Health.

„Die Musik an der Börse spielt in den USA.“

Hendrik Lofruthe Fondsmanager des apo Digital Health der apoBank-Tochter apoAsset

©; Anna Kaduk/ApoBank

? Wie sieht es aus mit Crowdfunding — können solche Plattformen eine Alternative zu börsennotierten Unternehmen sein?

Lofruthe: Wir sind regelmäßig im Kontakt mit Start-ups. Für diese jungen Unternehmen ist Crowdfunding eine Option, um sich Kapital zu beschaffen. Aber mit dem Publikumsfonds gehen wir nur in börsennotierte Unternehmen, weil das unsere Liquidität gewährleistet. Anteile an Start-ups lassen sich nicht mal eben verkaufen.

Für Ärzte, die gerade etwas Geld übrig haben und die Idee eines Start-ups gut beurteilen können, kann es durchaus sinnvoll sein, in ein solches Unternehmen einzusteigen. Natürlich immer im Bewusstsein: Das Geld könnte am Ende verloren sein.

! Vielen Dank für das Gespräch!

Literatur

  1. Das Interview führte Hauke GerlofGoogle Scholar

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