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Im Focus Onkologie

, Volume 21, Issue 12, pp 71–71 | Cite as

Lokaler Prostatakrebs: Brachytherapie langfristig sinnvoll für alle Risikogruppen

  • Barbara Kreutzkamp
Uroonkologie Literatur kompakt
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Patienten mit lokalem Prostatakarzinom aller Progress-Risikogruppen profitieren von einer Niedrigdosis-Brachytherapie auch langfristig bei biochemischer Kontrolle und periprostatischem Tumorprogress. Das hat sich in einer retrospektiven 5-Jahres-Kohortenstudie gezeigt.

In einer retrospektiven Kohortenstudie überprüften Onkologen die 5-Jahres-Ergebnisse der Niedrigdosis(LDR)-Brachytherapie in Mono- und Kombinationstherapie beim lokalen Prostatakarzinom (PCa) aller Progress-Risikogruppen und verglichen die Ergebnisse mit den Vorhersagen anhand von Nomogrammen.

Einbezogen in die deutsche Multicenterstudie waren 1.187 Patienten mit einem nicht metastasierten PCa mit niedrigem, mittlerem und hohem Progressionsrisiko, die eine LDR-Brachytherapie in kurativer Intention erhalten hatten. Eingesetzt wurden dabei Jod-125-Seeds, allein oder kombiniert mit externer Strahlentherapie (EBRT) und/oder einer androgendeprivierenden Therapie (ADT). Die Daten von 1.064 Männern wurden hinsichtlich des PSA-basierten, biochemischen progressionsfreien Überlebens (bPFS) ausgewertet und daraus die 5-Jahres-bPFS-Wahrscheinlichkeiten für verschiedene Risikogruppen errechnet sowie die Ergebnisse mit den anhand von Kattan- und Partin-Nomogrammen ermittelten Vorhersagewerten verglichen.

Insgesamt 93,3 % der Patienten waren nach 5 Jahren ohne biochemischen Progress — die Vorhersage per Kattan-Nomogramm hatte dies für lediglich 85 % der Männer vorhergesagt (p < 0,001). Ein im Vergleich zur Nomogramm-Vorhersage signifikant besseres tatsächliches Ergebnis nach LDR-Brachytherapie ergab sich sowohl für die Mono- als auch für die EBRT-Kombitherapie. Auch die Daten zum organübergreifen Tumorwachstum waren in allen Risikogruppen unter der LDR-Brachytherapie mit p < 0,001 signifikant besser als es die Prädiktorwerte aus dem Kattan- oder dem Partin-Nomogramm vorhergesagt hatten.

Fazit: Patienten mit lokalem Prostatakarzinom aller Risikogruppen haben ein signifikant besseres bPFS und eine geringere Rate für ein organübergreifendes Tumorwachstum als anhand von Nomogrammen vorhergesagt. Das gilt sowohl für die Mono- als auch die EBRT-Kombibehandlung.

Literatur

  1. Zimmermann JS et al. Five-year effectiveness of low-dose-rate brachytherapy: comparisons with nomogram predictors in patients with non-metastatic prostate cancer presenting significant control of intra- and periprostatic disease. J Contemp Brachytherapy. 2018;10(4):297–305CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • Barbara Kreutzkamp
    • 1
  1. 1.

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