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Im Focus Onkologie

, Volume 21, Issue 12, pp 58–58 | Cite as

CINV: Wirksamkeit und Verträglichkeit der 5-HT3RAs insgesamt vergleichbar

  • Barbara Kreutzkamp
Supportivtherapie Literatur kompakt
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In einer Metaanalyse wurde dem 5-HT3-Rezeptor-Antagonist Palonosetron eine herausragende Stellung unter den Antiemetika zur Behandlung von Chemotherapie-induzierten gastrointestinalen (GI) Toxizitäten bescheinigt. Eine neue Analyse relativiert die Ergebnisse.

Für die Behandlung von Chemotherapie-induzierten GI-Nebenwirkungen wie Übelkeit und Erbrechen (CINV) kommen neben Neurokin-1(NK1)-Rezeptorantagonisten wie Aprepitant und Netupitant vor allem 5-Hydroxytryptamin-Typ-3-Rezeptorantagonisten (5-HT3RAs) wie z.B. Palonosetron zum Einsatz. Eine Metanalyse aus 2014 ergab eine überlegene Wirksamkeit und Verträglichkeit von Palonosetron gegenüber anderen 5-HT3RAs. Die in diese Metaanalyse inkludierten Studien schlossen allerdings zumeist eine zusätzliche Gabe von Dexamethason aus. So war bisher unklar, ob sich diese Ergebnisse auch unter Einbeziehung von Studien mit kombinierter Antiemese reproduzieren lassen.

Bei Erbrechen, induziert durch eine Chemotherapie, unterscheiden sich die verschiedenen 5-HT3RAs nur wenig.

© dmitrimaruta / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodell)

Eine neue Metanalyse mit insgesamt 24 randomisierten kontrollierten Studien mit und ohne einer zusätzlichen Dexamethason-Gabe relativiert nun tatsächlich die Bedeutung von Palonosetron gegenüber anderen 5-HT3RAs. Danach war zwar Palonosetron in 10 von insgesamt 19 überprüften Endpunkten überlegen. Allerdings erreichte die Substanz nur bei einem Endpunkt, der Emesis in der Gesamtphase, ein klinisch relevantes Ergebnis mit einem Risikodifferenz-Schwellenwert von 10 %, wie er von der Multinational Association of Supportive Care in Cancer (MASCC) und der European Society for Medical Oncology (ESMO) vorgegeben ist. Bei zwei weiteren Endpunkten, der kompletten Response in der Gesamtphase und Übelkeit in der verzögerten Phase, näherte sich Palonosetron der 10 %-Schwelle. Bei der Sicherheit ergaben sich Vorteile vor allem bei dem Parameter Benommenheit/Schwindel, insgesamt zeigte sich aber auch hier keine Gesamtüberlegenheit.

In dieser neuen Metaanalyse unter Einbeziehung von weiteren Studien war die Überlegenheit von Palonosetron gegenüber anderen 5-HT3RAs nicht mehr so klar erkennbar wie in der vorangegangenen Metaanalyse. Die vorliegenden Ergebnisse rechtfertigen damit auch die Entscheidung von Leitlinienkommissionen, Palonosetron nicht als Mittel der Wahl bei CINV zu empfehlen, schreiben die Forscher.

Fazit: Eine neue Metanalyse zu klinisch relevanten Überlegenheit von Palonosetron in der Behandlung von Chemotherapie-induzierten GI-Symptomen ergab sich lediglich beim Endpunkt Emesis in der Gesamtphase ein klinisch relevanter Vorteil gegenüber Vergleichssubstanzen aus der Gruppe der 5-HT3RAs.

Literatur

  1. Chow R et al. Should palonosetron be a preferred 5-HT3 receptor antagonist for chemotherapy-induced nausea and vomiting? An updated systematic review and meta-analysis. Support Care Cancer. 2018;26(8):2519–49CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • Barbara Kreutzkamp
    • 1
  1. 1.

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