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Im Focus Onkologie

, Volume 21, Issue 12, pp 52–52 | Cite as

Höheres Sterberisiko nach Helicobacter-pylori-Eradikation?

  • Dagmar Kraus
Gastroonkologie Literatur kompakt

Mit der Eradikation einer Helicobacter-pylori-Infektion lässt sich das Magenkrebsrisiko deutlich senken. Forscher gingen nun dem Verdacht nach, durch die intensive Antibiotikatherapie könne langfristig die Gesamtmortalität steigen.

Helicobacter pylori wurde bislang als einziges Bakterium von der Weltgesundheitsorganisation als Karzinogen der Gruppe 1 eingestuft. Eine Infektion bleibt meist ein Leben lang symptomlos, in bis zu 15 % führt sie jedoch zu Geschwüren des Magens oder Zwölffingerdarms und in etwa 1 % zu Magenkrebs oder dem malignen Lymphom des Mukosa-assoziierten Lymphgewebes. Mit Eradikation dieses Bakteriums lässt sich das Krebsrisiko deutlich senken, wie auch eine Metaanalyse aus dem Jahr 2014 bestätigte. Diese Analyse förderte damals aber auch zutage, dass das allgemeine Sterberisiko bei Patienten, die sich einer Eradikationstherapie unterzogen hatten, um nicht signifikante 9 % höher lag.

US-amerikanische Wissenschaftler gingen dieser Assoziation nun erneut nach und screenten die verfügbare Literatur. Das Team um Bishal Gyawali berücksichtigte schließlich 6 kontrollierte, randomisierte Studien in seiner Auswertung. 4 waren bereits in die Metaanalyse 2014 eingegangen, 2 waren erst später veröffentlicht worden. Zur Verfügung standen die Daten von insgesamt 5.818 Probanden (2.920 Patienten mit Eradikationstherapie, 2.898 Kontrollpatienten), von denen im Laufe der Nachbeobachtungszeit von mindestens 5 Jahren (5—14,7 Jahre) 410 gestorben sind.

Die Gesamtmortalität war für Patienten mit Eradikationstherapie im Vergleich zur Kontrollgruppe mit einem relativen Risiko von 1,12 (95 %-Konfidenzintervall 0,93—1,34) nicht signifikant erhöht.

„Auch in dieser Metaanalyse lässt sich kein signifikanter Zusammenhang zwischen H.-pylori-Eradikation und einer erhöhten Gesamtmortalität bestätigen. Ein für Ärzte und Patienten beruhigendes Ergebnis“, bilanzieren die Forscher. Dennoch fordern sie, dieser Fragestellung — gerade mit Blick auf das langfristige Risiko — weiterhin nachzugehen.

Fazit: Die Ergebnisse geben vorerst Entwarnung, da die Gesamtmortalität nach einer Helicobacter-pylori-Eradikation nicht signifikant erhöht war. Allerdings lag das relative Risiko über 1. Die Gründe dafür müssen in weiteren Studien evaluiert werden.

Literatur

  1. Gyawali B et al. Does Helicobacter pylori eradication therapy to prevent gastric cancer increase all-cause mortality? Int J Cancer. 2018; https://doi.org/10.1002/ijc.31772CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • Dagmar Kraus
    • 1
  1. 1.

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