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Im Focus Onkologie

, Volume 21, Issue 12, pp 47–47 | Cite as

EGFR-Antikörper beim HNSCC

  • Christian Behrend
Kopf-Hals-Tumoren Literatur kompakt
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Inwieweit können Antikörper gegen den epidermalen Wachstumsfaktorrezeptor (EGFR) das Ergebnis beim Plattenepithelkarzinom des Kopf- und Halsbereichs (HNSCC) verbessern?

Um das herauszufinden, haben chinesische Kollegen eine Metaanalyse aller verfügbaren randomisierten Studien vorgenommen, bei der anti-EGFR-Agenzien zeitgleich mit Standardtherapien gegen HNSCC gegeben und einer alleinigen Behandlung mit der jeweiligen Standardtherapie gegenübergestellt wurden. Primärer Endpunkt war das Gesamtüberleben.

Insgesamt wurden 16 Studien mit 4.031 Patienten in die Analyse aufgenommen. Die Addition von anti-EGFR-Regimes zur Standardtherapie verbesserte das Gesamtüberleben der Patienten mit HNSCC signifikant (Hazard Ratio [HR] 0,89), wobei die Rate der schweren Nebenwirkungen moderat erhöht war (Risk Ratio [RR] 1,08; p = 0,003). Bei diesen handelte es sich unter anderem um Dysphagie, Strahlenmukositis, Hautreaktionen sowie Fatigue, Nausea und hämatologische Toxizitäten.

Eine Subgruppenanalyse zeigte, dass es einen Überlebensvorteil nur dann gab, wenn Patienten im Stadium III oder IV Cetuximab (und kein anderer anti-EGFR-Antikörper) gleichzeitig mit einer Radiotherapie gegeben wurde (HR 0,76; p = 0,01) oder mit einer Chemotherapie für rezidivierendes oder metastasierendes HNSCC (HR 0,86; p = 0,005). Eine signifikant erhöhte Gesamtansprechrate (RR 1,51) und progressionsfreie Überlebensrate (HR 0,72) ergaben sich ebenfalls für Patienten mit rezidivierender oder metastasierender Erkrankung, die mit anti-EGFR plus Chemotherapie behandelt wurden. Hingegen zeigten sich keine signifikanten Verbesserungen für Patienten im Stadium III/IV, die eine anti-EGFR- plus eine Standardtherapie erhielten.

Fazit: Das Hinzufügen von Cetuximab zur Standardtherapie scheint die Ergebnisse für Patienten mit rezidiviertem oder metastasiertem HNSCC zu verbessern — bei moderatem Anstieg schwerer Nebenwirkungen. Für Patienten im Stadium III/IV können anti-EGFR-Antikörper plus Radiotherapie im Vergleich zur Radiotherapie allein das Gesamtüberleben verlängern, während der Ersatz einer Chemotherapie durch EGFR-Antikörper oder das Hinzufügen von anti-EGFR zu einer kombinierten Chemo- und Radiotherapie die Ergebnisse nicht verbesserte.

Literatur

  1. Tain Y et al. Efficacy and safety of anti-EGFR agents administered concurrently with standard therapies for patients with head and neck squamous cell carcinoma: A systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. Int J Cancer. 2018;142(11):2198–206CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • Christian Behrend
    • 1
  1. 1.

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