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Im Focus Onkologie

, Volume 21, Issue 12, pp 36–36 | Cite as

Neoadjuvante platinbasierte Chemotherapie bei triplenegativem Brustkrebs sinnvoll?

  • Judith Neumaier
Gynäkoonkologie Literatur kompakt
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Die neoadjuvante platinbasierte Chemotherapie bei triplenegativem Brustkrebs wird in den aktuellen Leitlinien nicht befürwortet. In einer Metaanalyse wird nun die Wirksamkeit und Sicherheit dieser Therapie beleuchtet.

Die Metaanalyse umfasste 9 randomisierte, kontrollierte Studien mit insgesamt 2.109 Patientinnen mit triplenegativem Brustkrebs, bei denen die neoadjuvante platinbasierte Chemotherapie im Vergleich zur neoadjuvanten platinfreien Chemotherapie untersucht wurde.

Insgesamt steigerte die neoadjuvante platinbasierte Chemotherapie das pathologische vollständige Ansprechen (pCR) signifikant von 37,0 auf 52,1 % (Odds Ratio [OR] 1,96; p < 0,001). Auch in den 7 Studien, in denen in beiden Armen eine anthrazyklin- und taxanbasierte Chemotherapie zum Einsatz kam, erreichten unter der neoadjuvanten platinbasierten Chemotherapie signifikant mehr Patienten ein pCR (53,9 vs. 39,9 %; OR 1,82; p < 0,001).

Die neoadjuvante platinbasierte Chemotherapie blieb auch dann mit einer signifikant verbesserten pCR-Rate assoziiert, wenn nur die 3 Studien in die Analyse eingeschlossen wurden, in denen dasselbe Standardregime verwendet wurde, nämlich Paclitaxel mit oder ohne Carboplatin, gefolgt von Antrazyklin und Cyclophosphamid (OR 2,53; p = 0,003). Im Gegensatz dazu war die neoadjuvante platinbasierte Chemotherapie bei den 96 Patienten mit BRCA-Mutationen, die in 2 Studien eingeschlossen waren, nicht mit einer signifikant höheren pCR-Rate assoziiert (OR 1,17; p = 0,711). In den beiden Studien, die Ergebnisse zum Überleben enthielten, zeigten sich weder beim ereignisfreien Überleben (Hazard Ratio [HR] 0,72; p = 0,094) noch beim Gesamtüberleben (HR 0,86; p = 0,651) signifikante Unterschiede.

Das Risiko für hämatologische unerwünschte Ereignisse in den Graden 3 und 4 war unter der neoadjuvanten platinbasierten Chemotherapie signifikant höher, nicht aber das Risiko für eine Neuropathie in den Graden 3 und 4.

Fazit: Bei Patienten mit triplenegativem Brustkrebs ist eine neoadjuvante platinbasierte Chemotherapie mit signifikant verbesserten pCR-Raten auf Kosten vermehrter hämatologischer Toxizitäten assoziiert. Dennoch könnte diese Therapie als eine mögliche Option bei triplenegativem Brustkrebs in Betracht gezogen werden, wie die Forscher vorschlugen.

Literatur

  1. Poggio F et al. Platinum-based neoadjuvant chemotherapy in triple-negative breast cancer: a systematic review and meta-analysis. Ann Oncol. 2018;29(7):1497–508PubMedGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • Judith Neumaier
    • 1
  1. 1.

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