Advertisement

Im Focus Onkologie

, Volume 21, Issue 12, pp 35–35 | Cite as

MET: neuer Angriffspunkt beim NSCLC

  • Katharina Arnheim
Pneumoonkologie Kongressbericht

Die Rezeptorkinase MET („mesenchymal epithelial transition factor“) und ihr Ligand HGF („hepatocyte growth factor“) sind an zahlreichen, die Tumorprogression antreibenden Prozessen wie Proliferation, Invasion und Angiogenese beteiligt. „Auch haben sich MET-Alterationen beim nichtkleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) als prognostisch ungünstig herausgestellt“, erläuterte Simon Ekman, Stockholm, Schweden. Sowohl die Genamplifikation als auch die Exon-14-Skipping-Mutation wurden als primäre Treiberanomalien bei diesem Tumor, die Amplifikation zudem als sekundärer Treiber bei einer Resistenzentwicklung gegenüber EGFR-Tyrosinkinaseinhibitoren (TKI) identifiziert. So können im Verlauf einer Erstlinientherapie mit einem EGFR-TKI der dritten Generation in bis zu 23 % der Fälle MET-Amplifikationen als Resistenzmechanismus auftreten [Ramalingam SS et al. ESMO. 2018;Abstr LBA50]. Eine Blockade des über MET verlaufenden Signaltransfers ist laut Ekman über mehrere Mechanismen möglich: So kann die Interaktion zwischen Ligand und Rezeptor durch Antikörper unterbunden, die MET-Aktivität durch MET-Kinaseinhibitoren gehemmt oder weitere Moleküle der Signalkette blockiert werden. Der Stellenwert von MET als Biomarker ist noch nicht völlig geklärt.

Mittlerweile wurden bereits > 20 gegen MET oder seinen Liganden gerichtete Therapien entwickelt, die in zahlreichen Studien geprüft wurden oder werden. „Auf diesem Gebiet herrscht große Aktivität“, sagte Ekman. So führte die Kombination des EGFR-TKI Osimertinib und des MET-Inhibitors Savolitinib in einer Kohorte der TATTON-Studie bei vorbehandelten Patienten mit EGFR-mutiertem und MET-amplifiziertem NSCLC je nach Art der Vortherapie zu Ansprechraten von 28–57 % [Ahn MJ et al. J Thorac Oncol. 2017; 12(Suppl):Abstr OA0903].

Im Mai 2018 erhielt der ALK- und MET-Inhibitor Crizotinib bereits eine Breakthrough Designation der FDA für die Behandlung von NSCLC-Patienten mit Exon-14-Skipping-Mutationen. Der MET-Inhibitor Capmatinib erzielte in der Phase-II-Studie GEOMETRY bei 89 vorbehandelten Patienten eine Ansprechrate von 39,1 % [Wolf J et al. ESMO. 2018;Abstr LBA52]. Bei therapienaiven Patienten lag diese Rate bei 72 %, was Ekman als „spektakulär“ bezeichnete. Zudem gibt es aus dieser Studie Hinweise für eine Aktivität der Substanz auch bei ZNS-Befall. „Wir machen Fortschritte beim MET-positiven NSCLC; die therapeutische Zukunft sieht rosiger aus“, resümierte Ekman.

Literatur

  1. Bericht vom ESMO-Kongress 2018 vom 19. bis 23. Oktober 2018 in MünchenGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • Katharina Arnheim
    • 1
  1. 1.

Personalised recommendations