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Im Focus Onkologie

, Volume 21, Issue 12, pp 30–30 | Cite as

Erhöhen ACE-Hemmer das Lungenkrebsrisiko?

  • Paula Risch
Pneumoonkologie Literatur kompakt
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In einer populationsbasierten Kohortenstudie war die Einnahme von Inhibitoren des Angiotensin-konvertierenden Enzyms (ACE) im Vergleich mit der Einahme von Angiotensinrezeptor-Blockern mit einer erhöhten Inzidenzrate von Lungenkrebs assoziiert (1,6 vs. 1,2 pro 1.000 Personenjahre; Hazard Ratio 1,14). In der Studie traten bei den 992.061 Patienten während der medianen Nachbeobachtung von 6,4 Jahren 7.953 Lungenkarzinome auf [Hicks BM et al. BMJ. 2018;363:k4209].

Die Deutsche Hochdruckliga warnte jetzt davor, die Bluthochdrucktherapie abzubrechen und wies darauf hin, dass Personengruppen mit ohnehin erhöhtem Lungenkrebsrisiko nicht einheitlich zwischen den Studiengruppen verteilt waren, was das Ergebnis beinflusst haben könnte. So sei unter den Teilnehmern, die ACE-Hemmer erhielten, der Anteil von Männern, adipösen Menschen und Teilnehmern mit Alkoholprobleme größer gewesen. Patienten, die niemals geraucht hätten, seien dagegen weniger vertreten gewesen. Insgesamt sei die Gruppe älter gewesen.

„Die Beweiskraft der vorliegenden Studie ist somit eher gering und die Studienautoren selbst haben weitere Untersuchungen gefordert“, erklärte Bernhard Krämer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Hochdruckliga. Er betonte, dass verunsicherte Patienten mit ihrem Hausarzt ihr individuelles Risiko besprechen sollten. „Bei Bedarf, also wenn der Patient beispielsweise ein erhöhtes familiäres Risiko für Lungenkrebs aufweist oder starker Raucher ist, kann der Arzt erwägen, eine andere blutdrucksenkende Therapie zu verschreiben. In jedem Fall muss aber die Bluthochdrucktherapie fortgesetzt werden“, erklärte Krämer.

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Authors and Affiliations

  • Paula Risch
    • 1
  1. 1.

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