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Im Focus Onkologie

, Volume 21, Issue 12, pp 15–15 | Cite as

Intensive Therapie verbessert Prognose bei isoliertem infradiaphragmalem HL

  • Barbara Kreutzkamp
  • Sabrina Graß
Hämatologie Literatur kompakt
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Ein isolierter infradiaphragmaler Befall beim Hodgkin-Lymphom (HL) geht mit einer schlechten Prognose einher. Aktuelle Studien fehlen allerdings. Eine prospektive Risikoanalyse füllt die Lücke.

Patienten mit isolierter infradiaphragmaler Lokalisation eines HL (Infobox) weisen häufig ein insgesamt ungünstiges Risikoprofil auf. In einer Risikofaktorenanalyse der Studien HD13 und HD14 überprüfte die German Hodgkin Study Group (GHSG) diese Beobachtung. Eingeschlossen waren 2.903 Patienten mit einem HL im frühen Stadium, von denen 223 (7,7 %) eine isolierte infradiaphragmale Erkrankung hatten.

Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 51 Monaten waren progressionsfreies und Gesamtüberleben (PFS und OS) der Patienten mit infradiaphragmaler Erkrankung signifikant schlechter als bei denen mit supradiaphragmaler (5-Jahres-PFS 80,1 % bzw. 5-Jahres-OS 91,5 % vs. 91,2 bzw. 97,6 %; je p < 0,001). In multivariablen Analysen blieb ein infradiaphragmales HL beim PFS ein signifikanter Risikofaktor (Hazard Ratio 1,5; 95 %-Konfidenzintervall 1,04–2,2; p = 0,03). Das galt aber nicht für isoliert infradiaphragmal erkrankte Patienten, die eine intensivierte Behandlung erhielten. Die Therapie bestand in der HD13-Studie aus 2 Zyklen Doxorubicin, Bleomycin, Vinblastin und Dacarbazin (ABVD), in der HD14-Studie aus 2 Zyklen mit eskaliertem Bleomycin, Etoposid, Doxorubicin, Cyclophosphamid, Vincristin, Procarbazin und Prednison (BEACOPPeskaliert) sowie zusätzlich 2 ABVD-Zyklen. Alle Patienten unterzogen sich einer Involved-field-Radiotherapie (IFRT) mit 30 Gy.

Fazit: Bei Patienten mit frühem HL ist ein isolierter infradiaphragmaler Befall ein Risikofaktor, verbunden mit einem verschlechterten PFS und OS. Durch eine intensive Chemoradiotherapie mit 2 Zyklen ABVD plus 20 Gy-IFRT bei günstiger Prognose oder 2 Zyklen BEACOPPeskaliert plus ABVD plus 30 Gy-IFRT kann aber dem ungünstigen Verlauf entgegengewirkt werden.

Infobox: Prognostische Trennlinie

Bei ihrer ersten Diagnose weisen laut Stephanie Sasse und Kollegen ungefähr 5–10 % der Patienten mit frühem Hodgkin-Lymphom (HL) eine infradiaphragmale Erkrankung auf. Das bedeutet, die betroffenen Lymphknoten liegen unterhalb des Zwerchfells (Diaphragma). Vorzugsweise tritt das HL supradiaphragmal auf, also oberhalb des Zwerchfells. HL-Patienten mit infradiaphragmaler Erkrankung weisen ein ungünstiges Risikoprofil auf und haben eine schlechte Prognose.

Literatur

  1. Sasse S et al. Outcome of patients with early-stage infradiaphragmatic Hodgkin lymphoma: A comprehensive analysis from the German Hodgkin Study Group. J Clin Oncol. 2018;36(25):2603–11CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • Barbara Kreutzkamp
    • 1
  • Sabrina Graß
    • 1
  1. 1.

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