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Im Focus Onkologie

, Volume 21, Issue 7–8, pp 66–66 | Cite as

Langzeitdaten bestätigten Standards bei Kolorektalkarzinomen

Gastroonkologie Kongressbericht
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In diesem Jahr wurden im Hinblick auf Kolorektalkarzinome vor allem bereits bekannte Ergebnisse von Studien wie ADORE, PETACC und FIRE-3 mit finalen Nachbeobachtungsdaten bestätigt.

In der koreanischen Phase-II-Studie ADORE wurde die Wertigkeit einer Kombination aus 5-Fluorouracil (5-FU) und Oxaliplatin gegenüber dem Standard 5-FU in der Adjuvans des lokal fortgeschrittenen Rektumkarzinoms nach einer 5-FU-haltigen Radiochemotherapie untersucht [Yong SH et al. ASCO. 2018; Abstr 3501]. Der primäre Endpunkt, die Verbesserung des 3-Jahres krankheitsfreien Überlebens (DFS), wurde mit einer Hazard Ratio (HR) von 0,63 (p = 0,018) erreicht. Dieser Vorteil übertrug sich nicht in ein längeres Gesamtüberleben (OS; HR 0,73; p = 0,21). In der Subgruppenanalyse zum OS profitierten besonders Patienten mit postoperativer ypN2-Situation oder einer nur geringen Tumorregression von der Eskalation.

„Die Liquid Biopsy wird weiterentwickelt und wird die Therapieführung insbesondere für EGFR-Antikörper verändern.“

Prof. Dr. med. Sebastian Stintzing

© Klinikum der Universität München

Durch die Addition von Oxaliplatin zur perioperativen Therapie von Patienten mit lokal fortgeschrittenem Rektumkarzinom verbesserte sich in der Phase-III-Studie PETACC-6 weder das DFS (HR 1,02; p = 0,84) noch das OS (HR 1,17; p = 0,25) [Schmoll HJ et al. ASCO. 2018;Abstr 3500]. Es gibt daher keinen Stellenwert für die Hinzugabe von Oxaliplatin zur Strahlentherapie in der Behandlung des lokal fortgeschrittenen Rektumkarzinoms. Bei motivierten Hochrisikopatienten (ypN2; geringer Regressionsgrad) kann die Erweiterung mit Oxaliplatin diskutiert werden (ADORE-Studie).

In mehreren Studien wurde die Gabe von EGFR-Antikörpern zur palliativen Therapie von Patienten mit metastasiertem Kolorektalkarzinom (mCRC) untersucht. Die finalen OS-Daten der Studie FIRE-3 (Follow-up: Median > 70 Monate) bestätigten die publizierten Daten und bekräftigen die Therapie mit einem EGFR-Antikörper in der Erstlinie des linksseitigen mCRC mit RAS-Wildtyp. Der OS Vorteil nach > 85 % der OS-Ereignisse betrug median 8,4 Monate für FOLFIRI plus Cetuximab gegenüber FOLFIRI plus Bevacizumab (HR 0,697; p = 0,004).

In der Phase-II-Studie VOLFI zeigte sich bei mCRC-Patienten mit RAS-Wildtyp ein signifikanter Vorteil bzgl. des primären Endpunkts objektive Ansprechrate (ORR) durch die Kombination aus Panitumumab plus FOLFOXIRI gegenüber FOLFOXIRI (87,3 vs. 60,6 %; p = 0,004) [Geissler M et al. ASCO. 2018;Abstr 3509]. Dieser erreichte auch in der Subgruppe von Patienten mit BRAF-mutierten Tumoren (n = 16) das Signifikanzniveau (p = 0,04). Das progressionsfreie Überleben war in beiden Armen vergleichbar. In der randomisierten Phase-II-Studie FIRE-4.5 wird die Gabe von FOLFOXIRI plus Cetuximab oder FOLFOXIRI plus Bevacizumab in der Erstlinie bei Patienten mit BRAF-mutierten Tumoren geprüft.

Die Rolle der Liquid Biopsy in der Therapieführung wurde in mehreren Arbeiten untersucht, z. B. im Rahmen einer Rechallenge von Cetuximab bei mCRC-Patienten (n= 27) [Rossini D et al. ASCO. 2018;Abstr 12007]: Eine Remission war nur bei Patienten nachweisbar, die in der Liquid Biopsy keine RAS-mutierten Allele zeigten. Offensichtlich ist die anti-EGFR-Rechallenge eine gute Option für Patienten nach einer anti-EGFR-freien Zeit, wenn sich mittels Liquid Biopsy keine RAS-mutierten Allele nachweisen lassen. Die Rechallenge wird aktuell in der Studie FIRE-4 auf Phase-III-Niveau getestet.

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  1. 1.Medizinische Klinik und Poliklinik IIIKlinikum der Universität München, LMUMünchenDeutschland

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