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Im Focus Onkologie

, Volume 21, Issue 7–8, pp 42–42 | Cite as

Cannabis: beliebte Substanz bei Krebspatienten

  • Christian Behrend
Supportivtherapie Literatur kompakt
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Einer Studie des National Cancer Institute zufolge wird Cannabis von Krebspatienten in großer Zahl genutzt — sofern die Droge legalisiert ist.

Es war ein langer Kampf, der dazu geführt hat, dass Cannabis in manchen Staaten zum Gebrauch für Krebspatienten legalisiert wurde. Aber wie häufig wird die Droge heute eigentlich in einem Staat genutzt, der sie legalisiert hat? Zu welchem Zweck und mit welchen Erfahrungen? Diesen Fragen sind Forscher des National Cancer Institutes im US-Bundesstaat Washington nachgegangen, wo Cannabis schon 1998 zu medizinischen Zwecken und 2012 komplett legalisiert worden war.

31 % der Befragten gaben an, Cannabis in Form von Joints zu konsumieren.

© Nastasic / Getty Images / iStock

Die Forscher haben eine anonyme Umfrage unter erwachsenen Krebspatienten durchgeführt. Von 2.737 möglichen Teilnehmern schlossen 926 (34 %) die Umfrage vollständig ab. Ihr medianes Alter lag bei 58 Jahren. 66 % der Teilnehmer hatten einen soliden Tumor, darunter am häufigsten Tumoren des Gastrointestinaltrakts (18 %).

Die meisten Teilnehmer wollten möglichst viel über Cannabis während der Behandlung lernen und wünschten sich auch Informationen von den Onkologen (74 %). Vorheriger Gebrauch war häufig (66 %). 24 % der Probanden hatten Cannabis im zurückliegenden Jahr genutzt, 21 % im vergangenen Monat.

Die Forscher nutzten zufällige Urinproben (n = 93), um die Umfragedaten zu validieren. 14 % der Proben waren THC-positiv; das war konsistent mit 18 % der Nutzer, die einen mindestens moderaten (wöchentlichen) Konsum berichtet hatten.

Aktive Nutzer inhalierten Cannabis (70 %) oder konsumierten Cannabis-haltige Nahrungsmittel (70 %). 40 % der Befragten nutzten beide Wege. Cannabis wurde vornehmlich wegen körperlicher Symptome (75 %) — etwa Schmerzen, Übelkeit oder Appetitlosigkeit — und neuropsychiatrischer Symptome (63 %), wie z. B. Schlafprobleme oder zur Verbesserung der Stimmung, genutzt. Bei mehr als der Hälfte der Probanden erhöhte die Legalisierung von Cannabis die Wahrscheinlichkeit für den Gebrauch signifikant.

Fazit: Im Staat Washington, wo Cannabis für Krebspatienten legalisiert ist, zeigten sich hohe Nutzungsraten unter Krebspatienten. Die legale Verfügbarkeit benannten die Patienten als wichtigen Grund für ihre Entscheidung, die Droge zu verwenden. Die befragten Krebspatienten wünschten sich Informationen über Cannabis in der Onkologie, hatten aber zu wenige erhalten.

Literatur

  1. Pergam SA et al. Cannabis Use Among Patients at a Comprehensive Cancer Center in a State With Legalized Medicinal and Recreational Use. Cancer. 2017;123(22):4488–97.CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • Christian Behrend
    • 1
  1. 1.

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