Im Focus Onkologie

, Volume 21, Issue 4, pp 67–67 | Cite as

Lebermetastasen beim CRC interdisziplinär therapieren

  • Silke Wedekind
Gastroonkologie Kongressbericht

Dank verbesserter Therapiemöglichkeiten hat sich die Prognose von Patienten mit hepatisch metastasiertem Kolorektalkarzinom (CRC) deutlich verbessert. Die Chirurgie bietet einen kurativen Ansatz.

Das hepatisch metastasierte CRC galt lange als nicht heilbar. Dank optimierter Chemotherapien und höherer Resektabilitätsraten hat sich die Prognose der Patienten erheblich verbessert. Einigkeit besteht laut Stefan Fichtner-Feigl, Freiburg, über eine interdisziplinäre, multimodale Herangehensweise. Sie leiste einen wesentlichen Beitrag zu den verbesserten Langzeitüberlebensraten und der möglichen Kuration.

„Die Chirurgie bietet den kurativen Ansatz bei Patienten mit hepatischer Metastasierung. Dementsprechend sollen resektable Lebermetastasen operativ entfernt werden. Als Kriterium für die technische Resektabilität gilt das Erreichen einer R0-Situation“, erläuterte Fichtner-Feigl. Bei exzellenter Prognose und sicherer Resektabilität sei keine Chemotherapie erforderlich.

Eine perioperative medikamentöse Tumortherapie bei resektablen Lebermetastasen wird kontrovers diskutiert. In der EORTC-Intergroup-Studie 40983 der Phase III wurde unter einer jeweils dreimonatigen prä- und postoperativen Therapie mit FOLFOX zwar ein signifikant längeres progressionsfreies Überleben als unter der alleinigen Operation erreicht (p = 0,035), das Gesamtüberleben unterschied sich jedoch nicht signifikant (p = 0,303) [Nordlinger B et al. Ann Oncol. 2009;20(6):985-92]. Gewählt werden kann die perioperative Chemotherapie laut Fichtner-Feigl bei Patienten mit guter Prognose und sicherer Resektabilität.

Mit Konversionschemotherapie-Regimen kann die Gruppe der Patienten mit potenziell resektablen Metastasen vergrößert werden, indem eine technische Resektabilität der Metastasen durch Downsizing erreicht wird. „Hier stehen verschiedene Therapieprotokolle zur Verfügung, die in Abhängigkeit vom Mutationsstatus des Tumors und der Lage des Primarius ausgewählt werden sollten“, erläuterte der Chirurg. Daraus ergebe sich, dass die Resektionsmöglichkeit bei Patienten mit CRC regelmäßig evaluiert werden müsse.

Abschließend erläuterte Fichtner-Feigl, dass Lokaltherapien wie die Radiofrequenzablation, die stereotaktische und die selektive interne Radiotherapie mit sehr effektiven Resultaten mit der Resektion sowie der Chemotherapie kombiniert werden können.

Literatur

  1. Bericht vom 33. Deutschen Krebskongress vom 21. bis 24. Februar 2018 in Berlin.Google Scholar

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Authors and Affiliations

  • Silke Wedekind
    • 1
  1. 1.

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