Im Focus Onkologie

, Volume 20, Issue 9, pp 30–30 | Cite as

Hochrisiko-Brustkrebs: Besseres Überleben nach dosisdichter Chemotherapie

  • Barbara Kreutzkamp
Literatur kompakt Mammakarzinom und gynäkologische Tumoren
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Prämenopausale Frauen mit einem frühen Risiko-Mammakarzinom profitieren von dosisdichten Chemotherapien. Die gepoolte Auswertung zweier kontrollierter Studien liefert Daten zu Gesamtüberleben und Amenorrhö-Inzidenz nach Epirubicin/Cyclophosphamid-Schemata.

Die dosisdichte Chemotherapie ist eine häufig gewählte Therapieoption für prä- und postmenopausale Frauen mit Hochrisiko-Mammakarzinom. Alle Altergruppen sprechen gleichermaßen gut auf die Behandlung an, allerdings gibt es kaum prospektive Daten speziell für die Behandlung prämenopausaler Frauen und zur behandlungsinduzierten Amenorrhö nach Abschluss der Therapie. Die gepoolte Analyse der MIG1 (Mammella InterGruppo 1) und GIM2 (Gruppo Italiano Mammella 2) füllt die Lücke.

In der MIG1-Studie erhielten Patientinnen mit nodal positivem oder nodal negativem Hochrisiko-Mammakarzinom randomisiert entweder 6 Zyklen Fluorouracil/Epirubicin/Cyclophosphamid (FEC) regulär alle 3 Wochen oder dosisdicht alle 2 Wochen. In der GIM2-Studie wurden nodal positive Patientinnen randomisiert mit 4 Zyklen EC oder FEC im dosisdichten oder Standardintervall behandelt, gefolgt von Paclitaxel, ebenfalls alle 3 oder dosisdicht alle 2 Wochen gegeben. Mithilfe der individualisierten Daten von insgesamt 1.549 Patientinnen wurden in einem Cox-Modell die Hazard Ratios (HR) bezüglich Gesamtüberleben und in einem logistischen Regressionsmodell bezüglich therapieinduzierter Amenorrhö ausgewertet.

Für die dosisdichte CT ergab sich ein im Vergleich zur Standard-CT signifikant längeres Gesamtüberleben (HR 0,71; 95 %-Konfidenzintervall [95 %-KI 0,54–0,95; p = 0,021). Die gepoolten HR betrugen bei Hormonrezeptor-positiven Karzinomen 0,78 (95 %-KI 0,54–1,12) und 0,65 bei Hormonrezeptor-negativen Tumoren (95 %-KI 0,40–1,06, p für Interaktion = 0,330). Eine Zunahme der Amenorrhö-Inzidenz unter den dosisdichten Schemata wurde nicht gesehen (Odds Ratio 1,00; 95 %-KI 0,80–1,25; p = 0,989).

Fazit: Bei prämenopausalen Frauen mit einem Hochrisiko-Mammakarzinom verbesserten dosisdichte Chemotherapie-Schemata das Gesamtüberleben im Vergleich zu den Standardintervallen um 29 %, so das Ergebnis einer gepoolten Analyse zweier großer prospektiver Studien. Die Amenorrhö-Rate wurde unter der dosisdichten Therapie nicht weiter erhöht.

Literatur

  1. Lambertini M et al. Dose-dense adjuvant chemotherapy in premenopausal breast cancer patients: A pooled analysis of the MIG1 and GIM2 phase III studies. Eur J Cancer. 2017;71:34–42.CrossRefPubMedGoogle Scholar

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Authors and Affiliations

  • Barbara Kreutzkamp
    • 1
  1. 1.

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