Im Focus Onkologie

, Volume 19, Issue 6, pp 25–25 | Cite as

Carfilzomib: Hoffnung beim refraktären Myelom

  • Elke Oberhofer
Literatur kompakt_Leukämien und Lymphome
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Für Patienten mit therapierefraktärem multiplem Myelom ist der Proteasominhibitor Carfilzomib in Kombination mit Dexamethason eine vielversprechende Alternative. In einer Phase-III-Studie wurde die Substanz gegen einen Therapiestandard getestet; erste Ergebnisse liegen jetzt vor.

In der Therapie des rezidivierten oder refraktären Myeloms (RRMM) gilt der Proteasominhibitor Bortezomib in Kombination mit Dexamethason als ein Standard. Carfilzomib, ein weiterer Proteasominhibitor, hat in Kombination mit Dexamethason vielversprechende Aktivität gezeigt. Nun wurde in der Phase-III-Studie ENDEAVOR die Kombination Bortezomib plus Dexamethason mit der Kombination Carfilzomib plus Dexamethason verglichen. Die 929 Teilnehmer mit RRMM hatten bereits bis zu 3 erfolglose Therapieversuche hinter sich. 465 Patienten erhielten Bortezomib/Dexamethason, 464 bekamen Carfilzomib/Dexamethason. Eine geplante Interimsanalyse wurde nach 414 Ereignissen (Tod oder Krankheitsprogression) vorgenommen; 171 Fälle waren in der Carfilzomib-, 243 in der Bortezomib-Gruppe aufgetreten. Mit einem medianen progressionsfreien Überleben von 18,7 gegenüber 9,4 Monaten war die Carfilzomib-Kombination der Standardtherapie im primären Endpunkt deutlich überlegen (Hazard Ratio [HR] 0,53, 95 %-Konfidenzintervall 0,44–0,65; p < 0,0001). Carfilzomib punktete auch bei der objektiven Ansprechrate (77 vs. 63 %; Odds Ratio [OR] 2,03; p < 0,0001) und der Dauer des Ansprechens (21,3 vs. 10,4 Monate).

Insgesamt waren unter Carfilzomib schwere Nebenwirkungen häufiger (48 vs. 36 %). Zu den häufigsten Nebenwirkungen vom Grad ≥ 3 zählten Anämie (14 vs. 10 %), Bluthochdruck (9 vs. 3 %), Thrombozytopenie (8 vs. 9 %) und Pneumonie (7 vs. 8 %). Bei 23 % gegenüber 48 % der Patienten musste die Dosis aufgrund von Nebenwirkungen reduziert werden. Dabei ging die Dosisreduktion in der Bortezomib-Gruppe in 62 % der Fälle auf eine Neuropathie zurück, in der Carfilzomib-Gruppe nur in 7 %.

Fazit: Die Daten der ENDEAVOR-Studie liefern starke Evidenz zugunsten der Behandlungsstrategie mit Carfilzomib. Allerdings profitierten Patienten, die mit Lenalidomid vorbehandelt waren und auf dieses nicht angesprochen hatten, nicht maßgeblich von der Carfilzomib-Kombination. Zudem traten akute Nierenschäden unter Carfilzomib bei 8 % der Patienten auf.

Literatur

  1. Dimopoulos MA et al. Carfilzomib and dexamethasone versus bortezomib and dexamethasone for patients with relapsed or refractory multiple myeloma (ENDEAVOR): a randomised, phase 3, open-label, multicentre study. Lancet Oncol. 2016;17(1):27–38.CrossRefPubMedGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin 2016

Authors and Affiliations

  • Elke Oberhofer
    • 1
  1. 1.

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