Im Focus Onkologie

, Volume 16, Issue 7–8, pp 20–20 | Cite as

Tyrosinkinaseinhibitoren beim NSCLC mit EGFR-Mutation

  • Wolfgang Zimmermann
Literatur kompakt Tumoren der Lunge
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Mutationen der Rezeptorproteinkinase EGFR (epidermal growth factor receptor) spielen eine Schlüsselrolle in der Tumorgenese und Progression des nichtkleinzelligen Lungenkarzinoms. Einer aktuellen Metaanalyse zufolge sollte vor der Behandlung immer auch der EGFR-Mutationsstatus bestimmt werden.

Die Einführung zielgerichteter Agenzien markierte einen großen Fortschritt in Richtung „personalisierte Therapie“. Anlass für Kontroversen bietet die Umsetzung dieser Innovationen in den klinischen Alltag. Dies gilt auch für die Therapie mit Tyrosinkinaseinhibitoren (TKIs). Welchen Nutzen hat die Behandlung mit EGFR-Tyrosinkinaseinhibitoren (EGFR-TKI) auf das gesamte und progressionsfreie Überleben von Patienten mit einem fortgeschrittenen NSCLC mit und ohne EGFR-Mutationen. Dieser Frage gingen Chee Khoon Lee und Kollegen in einer Metaanalyse von 23 randomisierten Studien nach, in denen Monotherapien mit EGFR-TKI oder die Kombination von EGFR-TKI mit Chemotherapien bzw. Placebo verglichen wurden. EGFR-TKI sind hoch aktiv bei Patienten deren Tumoren aktivierende Mutationen im EGFR-Gen aufweisen. Sie verglichen daher für ihre Analyse die Behandlungsergebnisse für die Subgruppen mit positivem (EGFRmut+) oder negativem EGFR-Mutationsstatus (EGFRmut-).

EGFR-TKI behandelte NSCLC-Patienten mit nachgewiesenem EGFRmut+ leben länger progressionsfrei als Patienten der Vergleichsgruppen. Der EGFR-Mutationsstatus erwies sich zudem als prädiktiv für das progressionsfreie Überleben (PFS) in allen Settings. Dies verdeutlichen die Hazard Ratios für die Frontline-Therapie: 1,06 für EGFRmut- (= kürzere Progressionsfreiheit) und 0,43 für EGFRmut+ (= längere Progressionsfreiheit). Wehrmutstropfen dabei: Die Behandlung mit TK verbesserte nicht das Gesamtüberleben der Patienten, unabhängig vom EGFR-Mutationsstatus.

Fazit: Die Autoren folgern: Bei Patienten mit NSCLC sollte immer der EGFR-Mutationsstatus bestimmt werden und EGFR-TKI sind als Frontline-Therapie beim fortgeschritten, EGFRmut+ NSCLC, zu favorisieren, auch wenn das Gesamtüberleben nicht beeinflusst wird.

Literatur

  1. Lee CK et al. Impact of EGFR inhibitor in non-small lung cancer on progression-free and overall survival: a meta-analysis. J Natl Cancer. 2013;105(9):595–605.CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Urban & Vogel 2013

Authors and Affiliations

  • Wolfgang Zimmermann

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