Im Focus Onkologie

, Volume 16, Issue 1–2, pp 24–24 | Cite as

mCRC: KRAS-Mutationstest sinnvoll und kosteneffektiv

  • Waldtraud Paukstadt
Literatur kompakt Gastrointestinale Tumoren
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Cetuximab oder Panitumumab verbessern Ansprechrate und progressionsfreies Überleben beim metastasierten Kolorektalkarzinom (mCRC). Weist der Tumor jedoch Mutationen in dem Onkogen Kirsten-ras (KRAS) auf, ist die Behandlung damit nutzlos und wegen ihrer Toxizität nicht gerechtfertigt.

Um Patienten nicht unnötig zu belasten, aber auch aus wirtschaftlichen Erwägungen wird vor dem Einsatz von EGFR-Inhibitoren die molekularpathologische Bestimmung des KRAS-Mutationsstatus empfohlen. In einem gesundheitsökonomischen Modell wurde erstmals für Deutschland und die USA untersucht, ob bzw. in welchem Maß die Anwendung dieses Tests kosteneffektiv ist. In dem Markov-Modell wurde der Verlauf des mCRC bei einer Million Patienten bis zum Tod simuliert:

Nach Versagen einer Chemotherapie wurde ein Teil der fiktiven Kohorte ohne KRAS-Testung mit einer EGFR-Hemmer-haltigen Therapie weiter behandelt (Cetuximab + Irinotecan bzw. FOLFIRI; Cetuximab + Best Supportive Care [BSC] oder Panitumumab + BSC). Beim anderen Teil wurde der KRAS-Status bestimmt, und nur Patienten mit KRAS-Wildtyp erhielten einen EGFR-Hemmer. Jene mit KRAS-Mutation bekamen in Abhängigkeit von der Zahl der vorangegangenen Therapielinien entweder nur eine Chemotherapie oder BSC.

Insgesamt ergab sich für die Kombination aus Cetuximab plus Irinotecan bzw. FOLFIRI eine höhere Lebenserwartung (25,83 Wochen) als unter einem EGFR-Hemmer allein. Wurde der Test vorgeschaltet, sank diese Überlebenszeit unter der Annahme, dass im Fall einer KRAS-Mutation mit BSC behandelt wurde, nur leicht (auf 24,26 Wochen), bei einer Kostenreduktion von 9.560 € je Patient. Unter verschiedenen Szenarien lassen sich durch die KRAS-Testung in der Versorgung der Patienten in Deutschland zwischen 3.900 und 9.600 € sparen — bei äquivalentem Outcome.

Fazit: Wenn man von ca. 30.000 Fällen mit fortgeschrittenem Kolorektalkarzinom in Deutschland ausgeht, könnte der KRAS-Test jährlich mindestens 115 Millionen Euro sparen helfen. Damit gibt es zusätzlich zu den klaren klinischen Gründen auch ein starkes ökonomisches Argument für den Test.

Literatur

  1. Vijayaraghavan A et al. Cost-effectiveness of KRAS testing in metastatic colorectal cancer patients in the United States and Germany. Int J Cancer. 2012;131(2):438–45.CrossRefGoogle Scholar

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© Urban & Vogel 2013

Authors and Affiliations

  • Waldtraud Paukstadt

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