Im Focus Onkologie

, Volume 15, Issue 9, pp 40–40

NSAR senken das Hautkrebsrisiko

  • Dagmar Kraus
Literatur kompakt Tumoren der Haut
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Patienten, die etwa wegen einer entzündlichen Gelenkerkrankung NSAR einnehmen müssen, profitieren eventuell noch in anderer Hinsicht davon: NSAR könnten — so eine aktuelle Studie aus Dänemark — vor Hautkrebs schützen.

Schon frühere Studien legten nahe, dass mit der Einnahme nicht-steroidaler Antiphlogistika speziell das Darmkrebsrisiko sinkt. Ob sich ein solcher Trend auch für andere Tumoren nachweisen lässt, untersuchten Epidemiologen von der Universität Aarhus für die drei Hautkrebsarten Basaliom, Spinaliom und malignes Melanom.

Sie analysierten die Verschreibungen von insgesamt 18.532 Patienten, die in den Jahren 1991 bis 2009 an Hautkrebs erkrankt waren, und verglichen sie mit denen von 178.655 Dänen einer Kontrollgruppe ohne Hautkrebs. Bei den diagnostizierten Hauttumoren handelte es sich um 1.974 Spinaliome, 13.316 Basaliome und 3.242 Fällen maligne Melanome.

Wem dreimal oder öfter nicht-steroidale Antiphlogistika vom Arzt verschrieben worden waren, der hatte ein 15 % geringeres Risiko für ein Spinaliom und ein 13 % geringeres Risiko für ein Melanom im Vergleich zu Personen mit zwei oder weniger Verschreibungen. Beim Basalkarzinom hingegen brachte die NSAR-Einnahme keinen generellen Vorteil. Lediglich für Basaliome an nicht-sonnenexponierten Hautarealen sank das Risiko unter der Einnahme um 15–21 %.

Das Risiko verringerte sich umso mehr, je länger und je höher dosiert NSAR eingenommen worden waren, weshalb die Autoren einen kumulativen biologischen Effekt vermuten. Wirkstoff-spezifische Unterschiede hinsichtlich des protektiven Effekts ließen sich beim Spinaliom nicht und beim malignen Melanom nur für die neueren COX-2-Hemmer erkennen, bei denen ein solcher ausblieb.

Bei Patienten, die NSRA einnehmen, wird seltener Hautkrebs diagnostiziert.

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Fazit: Unter der Einnahme von NSAR sank das Risiko, an Spinaliomen oder malignen Melanomen zu erkranken, in Abhängigkeit von Dosis und Dauer der Einnahme. Auch wenn diese Ergebnisse mit Vorsicht zu werten sind, hoffen die Autoren, dass nun auch andere Forscher die NSAR auf einen potenziell krebsprotektiven Effekt hin überprüfen.

Literatur

  1. Johannesdottir SA et al. Nonsteroidal anti-inflammatory drugs and the risk of skin cancer. A population-based case-control study. Cancer. 2012 May 29 [Epub ahead of print].Google Scholar

Copyright information

© Urban & Vogel 2012

Authors and Affiliations

  • Dagmar Kraus

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