Im Focus Onkologie

, Volume 15, Issue 3, pp 28–28 | Cite as

Rektumkarzinom: Wann sind Resektionsränder unter einem Zentimeter akzeptabel?

  • Barbara Kreutzkamp
Literatur kompakt Kolorektalkarzinom / Rektumkarzinom
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Durch verbesserte Therapieoptionen sind die akzeptierten Sicherheitsgrenzen in der operativen Rektalkarzinom-Therapie deutlich zurück gegangen. In einer Metaanalyse wurden empfehlenswerte Abstände evaluiert.

Die operative Behandlung des Rektumkarzinoms kann heute durch funktionserhaltende Techniken mit einem allgemein akzeptierten Sicherheitsabstand von 2 cm durchgeführt werden. Durch den (zusätzlichen) prä- bzw. postoperativen Einsatz von Radio- und/oder Chemotherapie lässt sich die Lokalrezidivrate bzw. das krankheitsfreie Überleben weiter verbessern, sodass das onkologische Outcome auch noch bei Sicherheitsgrenzen unter 1–2 cm zufrieden stellend ist.

In einer Datenbank-gestützten Literaturrecherche wurden unter den Stichworten „rectal cancer“ und „margin“ 996 Studien identifiziert und daraus solche Publikationen extrahiert, in denen über distale Sicherheitsgrenzen und die Lokalrezidivrate berichtet wurde. Die so gewonnen Daten wurden unter Einsatz einer spezifischer Metaanalysen-Software gescreent. Primäres Studienziel der Metaanalyse war die Assoziation zwischen distalen Sicherheitsgrenzen und der lokalen Rezidivrate. Zusätzliche Analysen sollten den Zusammenhang zwischen Sicherheitsabständen und heute üblichen Behandlungsstandards verdeutlichen.

Insgesamt wurden 21 Studien in der Metaanalyse berücksichtigt. In 17 Studien mit insgesamt 4.885 Patienten wurde über den Behandlungserfolg nach OPs mit einem Sicherheitsabstand von weniger als 1 cm berichtet. In der Analyse aller Studien ergab sich ein nichtsignifikanter Trend zugunsten von größeren Abständen. In 13 Studien, in denen eine totale mesorektale Exzision (TME) und/oder eine Strahlentherapie zum Einsatz kamen, war die Lokalrezidivrate jedoch bei Sicherheitsabständen unter 1 cm nicht schlechter als bei größeren Abständen. In vier Studien mit Behandlungen ohne TME oder Radiatio ergab sich ein besserer Outcome bei einem Abstand über 1 cm. Positive Resektionsränder waren assoziiert mit erhöhten Rezidivraten und geringeren Überlebenszeiten.

Fazit: Der Einsatz von totaler mesorektaler Exzision und/oder Strahlentherapie bei Rektumkarzinom-Patienten erlaubt einen Sicherheitsabstand von weniger als 1 cm — allerdings nur, wenn die finale Pathologie negative Resektionsränder bestätigt.

Literatur

  1. Fitzgerald TL et al. Pushing the envelope beyond a centimeter in rectal cancer: Oncologic implications of close, but negative margins. J Am Coll Surg. 2011;213(5):589–95.PubMedCrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Urban & Vogel 2012

Authors and Affiliations

  • Barbara Kreutzkamp

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