Weiter haben wir auch die Strahlentherapie gut positioniert, weil sie niedrig dosiert eine Möglichkeit darstellt, in Einzelfällen eine Tumorregression herbeizuführen. Darüber hinaus haben wir die Monochemotherapien gegenüber Polychemotherapien betont. Hier wurde besonders auf das liposomal verkapselte Doxorubicin verwiesen als tumorreduzierende zytotoxische Substanz in fortgeschrittenen Stadien.
Dr. med. Martin Claßen, Chefredakteur
Neurokognitive und Verhaltensprobleme gehören zu den möglichen Folgen einer zu frühen Geburt. In einer Studie verglichen Autoren aus den Niederlanden 66 ehemalige Frühgeborene der 25.–32. SSW [de Klieviet JF et al. J Pediatr 2012; 161: 824–9.e1] in einem mittleren Alter von 7 ½ Jahren mit reifgeborenen Kontrollen gleichen Alters. Dabei bemerkten Eltern und Lehrer häufiger Aufmerksamkeitsprobleme bei den Frühgeborenen. Die Untersucher wiesen nach, dass dafür v. a. eine verlangsamte Reaktion und Einschränkungen des visuell-räumlichen Arbeitsgedächtnisses verantwortlich sind. In diesem Aspekt ähneln sie Kindern mit ADHS. Die sprachlichen Gedächtnisfunktionen waren nicht beeinträchtig; auch fanden sich keine gehäuften externalisierenden oder internalisierenden Verhaltensprobleme. Die Ergebnisse zeigen, dass Frühgeborene über die Kleinkindzeit hinaus einer konkreten Förderung bestimmter neurokognitiver Funktionen bedürfen.
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