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Hohe Brustdichte: weniger Intervallkarzinome bei Mammografiescreening mit MRT

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Bei Frauen mit sehr hoher Brustdichte ist die diagnostische Sensitivität des Mammografiescreenings eingeschränkt. Welcher Nutzen von einer zusätzlichen MRT zu erwarten ist, wird in einer niederländischen Studie überprüft. Nun ist die erste zweijährige Screeningrunde abgeschlossen.

Im Rahmen der randomisierten, kontrollierten niederländischen Multicenterstudie DENSE wurden 40.373 Frauen im Verhältnis 1 : 4 zwei Gruppen zugeteilt. Die einen erhielten eine Mammografie, den anderen wurde zusätzlich eine Magnetresonanztomografie (MRT) angeboten. Alle Teilnehmerinnen waren zwischen 50 und 75 Jahre alt, hatten eine extrem hohe Brustdichte (Volpara-Dichte-Grad 4) und in der vorausgegangenen Mammografie keine Auffälligkeiten. Von den insgesamt 8.061 Frauen der MRT-Gruppe ließen 4.783 die zusätzliche Bildgebung durchführen.

Von den 4.783 im MRT untersuchten Frauen wurden 454 erneut einbestellt und bei 300 eine Biopsie durchgeführt. Der Karzinomverdacht bestätigt hatte sich bei 79 Frauen; bei 64 lautetet die Diagnose invasives Karzinom, bei 15 duktales Carcinoma in situ (DCIS). Die Detektionsrate der MRT lag somit bei 16,5 pro 1.000 Screeninguntersuchungen. Allerdings wurde bei 375 Frauen ein Krebsverdacht geäußert, der sich nicht bestätigte. Damit ergab sich eine Falsch-positiv-Rate von 79,8 pro 1.000 Screeninguntersuchungen. Von den 300 Frauen, die biopsiert worden waren, wurde bei 26,3 % ein Mammakarzinom diagnostiziert, bei 73,7 % fand sich kein maligner Tumor. Den positiven prädiktiven Wert für einen positiven Befund im MRT berechneten die Forscher mit 17,4 % und den positiven Vorhersagewert für eine Biopsieindikation mit 23,9 %.

Nach einer zweijährigen Screeningperiode waren 20 Frauen aus der MRT-Gruppe sowie 161 Frauen der Vergleichsgruppe mit der Diagnose eines Intervallkarzinoms konfrontiert worden. Die Intervallkarzinomrate war somit in der MRT-Gruppe mit 2,5 pro 1.000 Screeninguntersuchungen nur halb so hoch wie in der Vergleichsgruppe (5 pro 1.000 Screeninguntersuchungen). Von den 20 entdeckten Intervallkarzinomen entfielen vier auf Frauen, die sich im Rahmen des Screenings tatsächlich einer zusätzlichen MRT-Bildgebung unterzogen hatten (0,8 pro 1.000 Screeninguntersuchungen). Die restlichen 16 Karzinome wurden bei Probandinnen gefunden, die zwar eine MRT-Einladung erhalten hatten, dieser aber nicht nachgekommen waren (4,9 pro 1.000 Screeninguntersuchungen).

Fazit: Nach Ansicht der Autoren machte sich der Vorteil eines Mammografiescreenings mit zusätzlicher MRT bei Frauen mit sehr hoher Brustdichte in der geringeren Intervallkarzinomrate bemerkbar. Die im nachfolgenden Screeningintervall niedrigeren Krebsraten würden ebenfalls für die zusätzliche Bildgebung sprechen. Dr. Dagmar Kraus

Bakker MF et al. Supplemental MRI Screening for Women with Extremely Dense Breast Tissue. N Engl J Med 2019; 381: 2091-102

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Correspondence to Dr. rer. nat. Beate Schumacher.

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Schumacher, B. Hohe Brustdichte: weniger Intervallkarzinome bei Mammografiescreening mit MRT. gynäkologie + geburtshilfe 25, 18 (2020). https://doi.org/10.1007/s15013-020-2987-z

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