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Einmal Sectio - nicht immer Sectio

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    Eine Frau, die bereits per geplantem Kaiserschnitt entbunden hat, muss nicht zwangsläufig weitere Kinder auf diesem Wege gebären. "Die kurzfristigen Risiken für eine vaginale Geburt nach Kaiserschnitt sind gering", sagte Prof. Dr. Susanne Gylka-Bäschlin von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW). Dagegen seien multiple Sectiones mit erhöhten Risiken wie Hysterektomie, Bluttransfusionen, Adhäsionen oder Plazentastörungen verbunden.

    Eine vergleichende Untersuchung an der Medizinischen Hochschule Hannover ergab: Zweitgebärende nach vorangegangener Sectio bekamen im Vergleich zu vaginal Erstgebärenden weniger häufig Oxytocin und entbanden mit 62 % seltener spontan als Erstgebärende (72 %), erhielten also häufiger einen sekundären Kaiserschnitt. In Bezug auf den Interventionszeitpunkt gab es keinen Unterschied zu den Erstgebärenden. Frauen mit erster vaginaler Geburt nach vorangegangener Sectio hatten kürzere Austreibungsphasen, die Eröffnungsphase und die gesamte Geburtsdauer unterschieden sich jedoch nicht.

    Der Vergleich von 790 Geburtsprozessen für vaginale Geburten nach Kaiserschnitt ergab eine Korrelation eines normalen BMI mit einer erfolgreichen vaginalen Geburt, ebenso korrelierten eine Zervixeröffnung von mindestens 4 cm sowie ein spontaner Blasensprung. Amniotomien waren dagegen negativ mit dem Erfolg einer vaginalen Geburt assoziiert. Alle Frauen ohne Interventionen, die also weder eine Amniotomie, eine Periduralanästhesie noch Oxytocin oder Opioide erhalten hatten, hatten die besten Chancen für eine erfolgreiche vaginale Geburt. Frauen, die vaginal entbunden hatten, wiesen kürzere Eröffnungs- und Austreibungsphasen sowie eine kürzere Gesamtgeburtsdauer auf.

    Probleme bereiten vor allem Frauen, die beim ersten Kaiserschnitt eine primäre Sectio ohne Wehen hatten, sagte Grylka-Bäschlin. Daher sei es wichtig, den ersten, vor allem geplanten Kaiserschnitt zu vermeiden. "Langfristig profitieren Mütter und Kinder von einer vaginalen Geburt", betonte Gylka-Bäschlin. Zu beachten sei, dass sich die Geburtsverläufe bei vorangegangener Sectio unterschieden von denen mit vorangegangenen Spontangeburten. Wichtig für das Management einer erfolgreichen vaginalen Geburt nach früherem Kaiserschnitt seien Kenntnisse zu intrapartalen Prädiktoren.

    Dr. Thomas Meißner

    Grylka S. Einmal Kaiserschnitt - nicht immer Kaiserschnitt

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    Einmal Sectio - nicht immer Sectio. gynäkologie + geburtshilfe 25, 39 (2020). https://doi.org/10.1007/s15013-020-2986-0

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