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gynäkologie + geburtshilfe

, Volume 24, Issue 2, pp 13–13 | Cite as

Zum Schutz vor Frühgeburten ist Progesteron fast konkurrenzlos

  • Robert Bublak
Literatur kompakt
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Verschiedene Methoden zur Prävention von Frühgeburten bei Risikoschwangeren sind im Zuge einer Metaanalyse untersucht worden. Aus dem Vergleich ging ein eindeutiger Sieger hervor.

Ergebnisse größer angelegter Analysen haben schon früher darauf hingedeutet, dass Progesteron wohl das potenteste Mittel in der Prävention von Frühgeburten ist. Inzwischen sind Erkenntnisse aus weiteren Studien hinzugekommen.

Alexander Jarde, Hamilton, Kanada, und Kollegen haben deshalb nun den aktuellen Stand in der Frühgeburtsprophylaxe aufgezeichnet. 40 Studien mit mehr als 11.000 Schwangeren bezogen die Forscher in ihren systematischen Überblick sowie die folgende Metaanalyse ein. Die Frauen, alle mit Einlingen schwanger, waren nach Einschätzung ihrer Ärzte frühgeburtsgefährdet. Speziell Schwangere mit vorangehenden Frühgeburten und solche mit kurzer Zervix (≤ 25 mm) galten als Risikogruppen.

Zu den Präventionsmethoden gehörten die Gabe von Progesteron — intravaginal, oral oder, als Hydroxyprogesteron-Capronsäureester, intramuskulär (i. m.) —, Cerclagen und Zervixpessare. Dabei erwies sich intravaginal appliziertes Progesteron (90–400 mg täglich) als das weitaus wirksamste Verfahren. Es reduzierte Frühgeburten vor der 34. Woche im Vergleich zu den Frühgeburten unter Frauen in den Kontrollgruppen um rund 60 % und Geburten vor der 37. Woche um rund 70 %. Die Zahl der Todesfälle unter Neugeborenen ging um 60 % zurück.

Dieses Muster bestätigte sich im Wesentlichen in der Subgruppe von Frauen mit einer Frühgeburt in der Anamnese. Weniger effektiv war intravaginales Progesteron bei Frauen mit kurzer Zervix. Doch auch hier wurde zumindest die Zahl der Frühgeburten vor der 34. Woche um 55 % gesenkt.

Andere Methoden waren nur punktuell erfolgreich. Pessare etwa verminderten Frühgeburten vor der 37. Woche um 70 %. Progesteron per os oder Hydroxyprogesteron-Capronsäureester i. m. erwiesen sich bei anamnestisch vorbelasteten Schwangeren als hilfreich. Für Cerclagen hingegen war in keiner Subgruppe und in keinem Endpunkt irgendein Präventionserfolg festzustellen.

Fazit: „Progesteron, und speziell intravaginales Progesteron, hat sich als durchweg wirksame Intervention erwiesen, um Frühgeburten und dem Tod von Neugeborenen gefährdeter Frauen mit Einlingsschwangerschaften vorzubeugen“, bilanzieren Jarde und Kollegen. Das gelte für Frauen mit allgemein erhöhtem Risiko und für solche mit vorangegangenen Frühgeburten. In der Gruppe von Frauen mit kurzer Zervix hingegen habe sich kein klarer Nutzen nachweisen lassen.

Literatur

  1. Jarde A et al. Vaginal progesterone, oral progesterone, 17-OHPC, cerclage and pessary for preventing preterm birth in at risk singleton pregnancies: an updated systematic review and network meta-analysis. BJOG. 2018; http://doi.org/c3jcGoogle Scholar

Copyright information

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Authors and Affiliations

  • Robert Bublak
    • 1
  1. 1.

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