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gynäkologie + geburtshilfe

, Volume 24, Issue 2, pp 3–3 | Cite as

Pränataldiagnostik von unschätzbarem Wert

  • Springer Medizin
Editorial
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„Der verantwortungsvolle Gebrauch der pränatalen Diagnostik hat schon so manchem Feten einen guten Start ins postpartale Leben ermöglicht.“

Prof. Dr. med. Josef Wisser Oberarzt der Klinik Geburtshilfe Universitätsspital Zürich

Seit Aufnahme des Ultraschallscreenings in die Mutterschaftsrichtlinien vor knapp 40 Jahren hat die pränatale Diagnostik einen festen Platz in der Schwangerenvorsorge. Dabei ist sie nicht Diagnostik um der Diagnose willen, nicht Lifestyleprodukt, sondern legt Befunde fest, welche bei verantwortungsvoller Anwendung dem Wohl von Mutter und Kind dienen können.

Wenn etwa im Rahmen der sonografischen Feststellung einer Intrauterinschwangerschaft oder bei der ersten Screeninguntersuchung zwischen der 9. und 12. Schwangerschaftswoche das definitive Schwangerschaftsalter bestimmt wird, dann sind wichtige Rahmenbedingungen für die Schwangerenvorsorge fixiert. Die frühe Ultraschalluntersuchung kann das Gestationsalter auf ± 4 Tage genau festlegen und gibt damit eine verlässliche Abschätzung des voraussichtlichen Geburtstermins.

Wie die Arbeit von Berthold Grüttner in dieser Ausgabe zeigt, steigen die Totgeburtenraten nach Überschreitung des errechneten Geburtstermins deutlich an. Auch für die Risikoeinschätzung bei drohender Frühgeburtlichkeit ist die Kenntnis des Gestationsalters bedeutsam. Perinatale Mortalität und perinatale Morbidität korrelieren sehr eng mit dem Gestationsalter, sodass für die Beratung der Eltern, das Einleiten therapeutischer Maßnahmen und die Wahl des Entbindungszeitpunktes das möglichst exakte Gestationsalter von enormer Bedeutung ist.

Im zweiten Trimenon führen wir zwischen der 19. und 22. Schwangerschaftswoche die Detailultraschalluntersuchung durch, welche die organische Integrität des Feten beurteilt. Mit dieser Untersuchung sind wir heute in der Lage, wie am Beispiel der fetalen Nierenerkrankungen aufgezeigt, eine differenzialdiagnostische Beurteilung der fetalen Erkrankungen in Analogie zur postpartalen kinderärztlichen Untersuchung zu machen. Sicherlich sind die Methoden zur Beurteilung der fetalen Nierenmorphologie und der Nierenfunktion schwangerschaftsaltersabhängig und gegenüber der pädiatrischen Untersuchung deutlich limitiert. Andererseits werden fetale Anomalien des Harntrakts heute bereits in der ersten Schwangerschaftshälfte am Ende des ersten Trimenons diagnostiziert und wie beispielhaft aufgezeigt durch eine auf den Befunden basierende Entscheidung zu einem guten Ende der Schwangerschaft geführt.

Die beiden in unserem Themenheft aufgezeigten Bereiche der pränatalen Diagnostik zeigen auf, dass die Methoden heute zum Wohle von Mutter und ungeborenem Kind wertvolle Hilfe leisten. Der verantwortungsvolle Gebrauch der pränatalen Diagnostik hat schon so manchem Feten einen guten Start ins postpartale Leben ermöglicht.

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