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gynäkologie + geburtshilfe

, Volume 24, Issue 1, pp 16–16 | Cite as

TNBC: Checkpointhemmer zur Chemotherapie verbessert Prognose

  • Thomas Müller
Literatur kompakt

Erhalten PD-L1-positive Frauen mit dreifach negativem Brustkrebs zur Taxanbehandlung den Checkpointhemmer Atezolizumab, verlängert dies sowohl das progressionsfreie als auch das Gesamtüberleben.

Frauen mit metastasiertem oder lokal fortgeschrittenem triple-negativem Brustkrebs (TNBC) haben eine schlechte Prognose. Peter Schmid aus London und Kollegen konnten nun in der Studie IMpassion130 zeigen, dass sich das mediane progressionsfreie Überleben (PFS) und das Gesamtüberleben (OS) verlängern, wenn PD-L1-positive Frauen zusätzlich zu einer Taxanbehandlung den PD-L1-Hemmer Atezolizumab erhalten.

902 Frauen mit bis dato unbehandeltem metastasiertem oder lokal fortgeschrittenem TNBC bekamen nab-Paclitaxel, die eine Hälfte zusätzlich Placebo, die andere Hälfte den PD-L1-Hemmer Atezolizumab. Therapiert wurde bis zur Tumorprogression oder zum Auftreten inakzeptabler toxischer Effekte. 63 % der Teilnehmerinnen waren mit Taxanen und/oder Anthrazyklinen neoadjuvant oder adjuvant vorbehandelt. Nach einem Follow-up von meidan 12,9 Monaten war das PFS in der Gruppe mit Atezolizumab deutlich länger als in der Vergleichsgruppe (7,2 vs. 5,5 Monate; Hazard Ratio [HR] 0,80; p = 0,002). Wurden nur Frauen mit PD-L1-positivem Status betrachtet, war die Differenz noch etwas größer (7,5 vs. 5,0 Monate, HR 0,62; p < 0,001).

Ein ähnliches Bild ergab sich bei der Interimsanalyse des OS. Bezogen auf alle Teilnehmerinnen lebten solche mit dem Checkpointhemmer im Schnitt 21,3 Monate, diejenigen ohne nur 17,6 Monate, die Differenz war jedoch nicht signifikant (HR 0,84; p 0,08). Aufgrund des hierarchischen statistischen Prozederes war eine OS-Auswertung der PD-L1-positiven Subgruppe formal nicht vorgesehen. Dennoch zeigte sich in Kaplan-Meier-Analysen ein deutlich größerer Unterschied (25,0 vs. 15,5 Monate; HR 0,62). Die objektive Ansprechrate bezifferten die Forscher mit 56,0 % unter der Kombinationstherapie sowie 45,9 % mit alleiniger nab-Paclitaxel-Behandlung. Ein komplettes Ansprechen erzielten 7,1 % mit Atezolizumab und 1,6 % ohne den Antikörper. In der PD-L1-positven Subgruppe erreichten 58,9 % unter der Immuntherapie ein objektives und 10,3 % ein komplettes Ansprechen.

Von Grad-3-Nebenwirkungen betroffen waren knapp 49 % in der Atezolizumab-Gruppe sowie 42 % mit alleiniger Taxantherapie. Schwere unerwünschte Wirkungen wurden bei rund 23 % mit und 18 % ohne Immuntherapie beobachtet. Nebenwirkungen führten bei 15,9 % in der Atezolizumab-Gruppe zum Stopp eines der Therapeutika, in der Placebogruppe bei 8,2 %.

Fazit: „Diese Studie belegt den Nutzen einer Zusatztherapie mit einem Checkpointhemmer als First-Line-Therapie bei metastatischem TNBC“, schreiben die Forscher. Allerdings scheint es diesen Nutzen nur bei PD-L1-positiven Patientinnen zu geben.

Literatur

  1. Schmid P et al. Atezolizumab and Nab-Paclitaxel in Advanced Triple-Negative Breast Cancer. N Engl J Med. 2018;379:2108–21CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Thomas Müller
    • 1
  1. 1.

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