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gynäkologie + geburtshilfe

, Volume 24, Issue 1, pp 12–12 | Cite as

PCOS-Patientinnen erkranken häufiger an Krebs

  • Elke Oberhofer
Literatur kompakt

Frauen mit polyzystischem Ovarsyndrom haben offenbar zumindest bis zum Eintritt der Menopause ein erhöhtes Krebsrisiko. Wie eine schwedische Registerstudie zeigt, betrifft dies nicht nur gynäkologische Tumoren.

Ein Forscherteam hat eine Registerstudie mit Datensätzen von insgesamt rund 3,5 Millionen Schwedinnen zur Assoziation von verschiedenen Krebsrisiken mit dem polyzystischen Ovarsyndrom (PCOS) vorgelegt. Demnach war das Risiko, frühestens ein Jahr nach der PCOS-Diagnose an irgendeiner Form von Krebs zu erkranken, langfristig um relative 15 % (gegenüber Frauen ohne PCOS) erhöht.

Die Frauen durften bei Studieneintritt (1985–2009) keine Krebsdiagnose aufweisen. Eine PCOS-Diagnose konnte vorliegen, durfte jedoch nicht vor dem neunten Lebensjahr gestellt worden sein.

Im Studienzeitraum (bis 2009) wurde bei 14.764 Frauen ein PCOS diagnostiziert. 182 dieser Patientinnen entwickelten bis zum Studienende ein Karzinom. Dabei war das Risiko für ein Endometriumkarzinom bei den PCOS-Patientinnen um den Faktor 2,62 erhöht, für ein Ovarialkarzinom um den Faktor 2,16 und für ein Karzinom an einem endokrinen Organ um den Faktor 1,92. Das Pankreaskarzinomrisiko war um den Faktor 3,40 gestiegen, das Nierenkrebsrisiko um den Faktor 3,07 und das Risiko für ein Malignom des Skelett- beziehungsweise hämatopoetischen Systems um den Faktor 1,69.

Einer zusätzlichen Analyse mit Aufteilung nach prä- und postmenopausalen Frauen zufolge war der Risikozuwachs nur bis zum Eintritt der Menopause (in Schweden im Mittel mit 51 Jahren) deutlich; in dieser jüngeren Gruppe war das Krebsrisiko insgesamt bei den PCOS-Patientinnen um relative 22 % erhöht (bei den älteren nur um 1 %). Im Hinblick auf die Hazard Ratios (HR) für die einzelnen Tumorentitäten stachen bei den prämenopausalen Frauen vor allem das Pankreaskarzinom (HR 6,68), das Endometrium- (HR 6,45) und das Nierenkarzinom (HR 4,57) hervor.

Fazit: Der schwedischen Registerstudie zufolge haben Patientinnen mit PCOS ein erhöhtes Krebsrisiko. Bis zur Menopause war vor allem das Risiko für Tumoren des Pankreas, des Endometriums und der Niere deutlich erhöht.

Literatur

  1. Yin W et al. Association Between Polycystic Ovary Syndrome and Cancer Risk. JAMA Oncol. 2018; https://doi.org/10.1001/jamaoncol.2018.5188CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Elke Oberhofer
    • 1
  1. 1.

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