Advertisement

gynäkologie + geburtshilfe

, Volume 23, Issue 6, pp 17–17 | Cite as

Hohes Zeugungsalter der Väter begünstigt Frühgeburten

  • Peter Leiner
Literatur kompakt
  • 12 Downloads

Ist der Vater bei der Zeugung über 45 Jahre, ist das Risiko für eine Frühgeburt, ein niedriges Geburtsgewicht und einen niedrigen APGAR-Score bereits deutlich erhöht.

In einer retrospektiven Kohortenstudie wurden die Daten aller Lebendgeburten in den USA von 2007 bis 2016 ausgewertet, die im National Vital Statistics System der Centers for Disease Control and Prevention erfasst sind — mehr als 40,5 Millionen —, um den Einfluss vom Alter des Vaters bei der Zeugung auf Geburt und Gesundheit des Neugeborenen zu eruieren. Primäre Endpunkte waren Gestationsalter, Geburtsgewicht, APGAR-Score (fünf Minuten), Bedarf einer intensivmedizinischen Versorgung des Neugeborenen, postpartaler Antibiotikabedarf und Krampfanfälle.

Alle Endpunkte waren in der Gruppe „Zeugungsalter mindestens 45 Jahre“ signifikant schlechter. Auffallend waren der Anteil der Frühgeburten vor der 37. Schwangerschaftswoche (14,6 % vs. 11,3 %) und der Neugeborenen mit einem Geburtsgewicht unter 2.500 g (10,1 % vs. 7,7 %). Zudem mussten signifikant mehr Säuglinge in dieser Gruppe intensivmedizinisch versorgt werden (9,8 % vs. 7,4 %).

Nach Berücksichtigung des mütterlichen Alters hatten Feten bei einem Zeugungsalter der Väter über 45 ein um 14 % höheres Risiko, zu früh auf die Welt zu kommen (Odds Ratio [OR] 1,14; 95 %-Konfidenzintervall [95 %-KI] 1,13–1,15), und zwar unabhängig vom Gestationsalter. Das Risiko für Krampfanfälle war um 18 % höher (OR 1,18; 95 %-KI 0,97–1,44) — jeweils im Vergleich zur Gruppe mit Vätern, die zum Zeitpunkt der Zeugung 25–34 Jahre alt waren.

Die Mediziner gehen davon aus, dass in dem Untersuchungszeitraum bei Kindern mit älteren Vätern 13,2 % der Frühgeburten und 14,5 % der Geburten mit niedrigem Geburtsgewicht auf ein hohes Zeugungsalter zurückzuführen sind — vorausgesetzt es gibt einen kausalen Zusammenhang. Zudem könnte sich bei 15 % der Säuglinge eine intensivmedizinische Versorgung erübrigen, wären Väter bei der Zeugung jünger als 45.

Unter anderem epigenetische Veränderungen während des Alterns, aber auch DNA-Fragmentierung, Verlängerung der Telomere, Mutationen und Instabilität des Genoms werden als Ursache für die Komplikationen während der Schwangerschaft und perinatal diskutiert. Die Autoren geben aber zu bedenken, dass die Daten nicht ausreichend genau seien.

Fazit: Sind Väter über 45, ist das Risiko für Frühgeburt, ein niedriges Geburtsgewicht und einen niedrigen APGAR-Score im Vergleich zu Vätern im Alter zwischen 25 und 34 Jahren deutlich erhöht.

Literatur

  1. Khandwala YS et al. Association of paternal age with perinatal outcomes between 2007 and 2016 in the United States: population based cohort study. BMJ. 2018; 363: k4372CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • Peter Leiner
    • 1
  1. 1.

Personalised recommendations