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gynäkologie + geburtshilfe

, Volume 23, Supplement 1, pp 20–20 | Cite as

Schwangerschaftskomplikationen durch Schuppenflechte

  • Marie Fahrenhold
Literatur kompakt

Größere Studien zu den Auswirkungen von Psoriasis auf die Schwangerschaft und Geburt von Frauen sind selten, frühere Ergebnisse waren oft widersprüchlich. Nun haben sich skandinavische Wissenschaftler der Frage nach einer möglichen Assoziation angenommen.

Dänische und schwedische Forscher haben in einer bevölkerungsbezogenen Kohortenstudie den Zusammenhang zwischen maternaler Psoriasis und Schwangerschafts- und Geburtskomplikationen mithilfe der Daten nationaler Geburten-, Patienten- sowie Arzneimittelregister untersucht. Analysiert wurden Frauen mit und ohne Psoriasis, die zwischen 2007 und 2012 einen Einling zur Welt brachten. Frauen mit Psoriasis wurden zusätzlich nach Schweregrad der Erkrankung (leicht/schwer) kategorisiert.

Insgesamt wurden die Daten von 741.973 Frauen mit 952.907 Schwangerschaften während des Studienzeitraums analysiert, davon 8.097 (0,9 %) Frauen mit Psoriasis — 312 schwere Fälle, 964 mit Psoriasisarthritis (PsA). Allgemein beobachtete Schwangerschaftskomplikationen umfassten vorgeburtliche Blutungen, venöse Thromboembolie (VTE), Präeklampsie sowie Schwangerschaftsdiabetes und -hypertonie. Geburtskomplikationen waren Kaiserschnitt, Frühgeburt (< 37. Schwangerschaftswoche), ein niedriger Apgar-Score (< 7), Untergewicht für Gestationsalter („small for gestational age“, SGA), Totgeburt sowie schwere angeborene Fehlbildungen.

Frauen mit Psoriasis und PsA waren im Durchschnitt älter und hatten einen generell ungesünderen Lebensstil — inklusive höherem Body-Mass-Index und vermehrtem Tabakkonsum — verglichen mit Frauen ohne Psoriasis. Zudem wurden bei ihnen häufiger Diabetes, Bluthochdruck und Depressionen diagnostiziert.

Unter Berücksichtigung von Alter und Parität ergab sich für Psoriasispatientinnen ein erhöhtes Risiko für Schwangerschaftsdiabetes (adjustierte Odds Ratio [aOR] 1,36; 95 %-Konfidenzintervall [KI] 1,18–1,57), Schwangerschaftshypertonie (aOR 1,26; 95 %-KI 1,10–1,44) und Präeklampsie (aOR 1,28; 95 %-KI 1,14–1,44). Zudem hatten Frauen mit Psoriasis ein erhöhtes Risiko für die Entbindung durch einen elektiven Kaiserschnitt (aOR 1,17; 95 %-KI 1,08–1,26) sowie einen Notkaiserschnitt (aOR 1,16; 95 %-KI 1,08–1,26).

Das Risiko für peripartale Blutungen, VTE, Frühgeburten, SGA, Totgeburten oder schwere angeborene Fehlbildungen war bei Frauen mit Psoriasis nicht erhöht.

Fazit: Schwangere mit Psoriasis haben ein erhöhtes Risiko für Schwangerschaftsdiabetes und -hypertonie, Präeklampsie sowie die Entbindung durch einen Kaiserschnitt. Allerdings weisen sie häufiger einen generell ungesunden Lebensstil auf, wodurch das Risiko für Schwangerschafts- und Geburtkomplikationen ebenfalls steigt.

Literatur

  1. Bröms G et al. Effect of Maternal Psoriasis on Pregnancy and Birth Outcomes: A Population-based Cohort Study from Denmark and Sweden. Acta Derm Venereol. 2018;98:728–34CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • Marie Fahrenhold
    • 1
  1. 1.

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