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gynäkologie + geburtshilfe

, Volume 23, Supplement 1, pp 3–3 | Cite as

Unzufriedenheit auf beiden Seiten

  • Springer Medizin
Editorial
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„Vom Fibromyalgiesyndrom haben wahrscheinlich alle schon einmal gehört, aber nur wenige wissen, was sich dahinter verbirgt.“

Prof. Dr. med. Peter Mallmann Direktor der Klinik und Polyklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Universitätsklinikum Köln (AöR)

© Uniklinik Köln

Wir alle kennen diese undankbaren Probleme in unserem Fachgebiet: die Patientin mit chronischen Unterbauchbeschwerden, bei der eine umfangreiche Diagnostik einschließlich Bauchspiegelung wiederholt durchgeführt wurde und keinen auffälligen Befund ergab, die Patientin mit Dyspareunie und Vulvodynie ohne klinisch erkennbare Pathologie, die Patientin mit Libidoverlust oder mit dem offenbar endemischen Krankheitsbild unserer Zeit „ich bin immer so müde“. All diese Krankheitsbilder sind zutiefst frustrierend für alle Beteiligten, für die betroffenen Frauen, die ganz offensichtlich erheblich leiden, aber auch für die betreuenden Ärzte, die trotz größter Mühe im Regelfall keine Hilfe anbieten können. In der täglichen Praxis gibt es meistens drei Lösungsansätze: die Flucht in die Somatisierung mit medikamentöser Polypragmasie, die wiederholten operativen Therapieversuche und die Abschiebung in die psychosomatische Schiene, was die betroffenen Frauen häufig zutiefst verletzt, da sie sich in ihrem Beschwerdebild nicht verstanden fühlen. Frauen mit diesen Beschwerden kosten viel Zeit und sind im Regelfall Anlass größter Unzufriedenheit auf beiden Seiten. Auf Seiten des Arztes, der glaubt, sein Bestes zu tun, aber nichts findet, aber auch auf Seiten der Patientinnen, die aufgrund der Beschwerden verzweifelt sind und die sich häufig nicht ernst genommen fühlen und um Hilfe betteln. Eine mögliche Ursache dieser Beschwerden ist das Fibromyalgiesyndrom, von dem wahrscheinlich alle schon einmal gehört haben, aber nur wenige wissen, was sich dahinter verbirgt und noch weniger wissen, dass es diesbezüglich sogar eine aktuelle S2-Leitlinie gibt. Was sich hinter diesem Namen verbirgt und wie man klinisch damit umgeht, ist Gegenstand eines Beitrages von Herrn Prof. Christoph Keck.

Ein weiteres Schwerpunktthema der vorliegenden Ausgabe, das — wie die oben dargestellten Probleme in der Praxis — häufig aus der Lebenserfahrung oder durch Blick an die Decke beantwortet wird, ist auch die Frage nach der Lebensführung wie Ernährung und Bewegung bei Schwangerschaft und Krebs. Jeder weiß, dass Aktivität und gesunde Ernährung gerade in diesen besonderen Lebenssituationen wichtig sind, wie wir als begleitende Ärzte jedoch die betroffenen Frauen führen sollen, ist häufig unklar.

Diese und andere Fragen aus der täglichen Praxis sind Bestandteil der vorliegenden Ausgabe.

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