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hautnah dermatologie

, Volume 35, Issue 6, pp 61–61 | Cite as

Bei Hirnmetastasen multimodal behandeln

  • Angelika Bauer-Delto
Medizin aktuell
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Für Melanompatienten mit Hirnmetastasen stehen verschiedene lokale und systemische Therapieoptionen zur Verfügung. Deren Therapieerfolg ist jedoch limitiert. Um das Outcome zu verbessern, sollten multimodale Behandlungskonzepte angestrebt werden, sagte Prof. Friedegund Meier, Dresden. Die Therapie von Metastasen im zentralen Nervensystem (ZNS) sollte interdisziplinär geplant und durchgeführt werden.

Der Benefit multimodaler Therapiestrategien werde zunehmend durch wissenschaftliche Daten untermauert, berichtete Meier. So lag in einer aktuellen retrospektiven Analyse [Amaral T et al. Immunotherapy. 2019; 11: 297–309], in die 163 Melanompatienten mit Hirnmetastasen aufgenommen waren, das mediane Überleben bei Patienten, die lokal neuro- oder radiochirurgisch behandelt wurden, bei vier Monaten, unter Immuntherapie bei 13 Monaten, bei einer kombinierten Behandlung aber bei 25 Monaten. In einer weiteren Studie [Tétu P et al. Eur J Cancer. 2019; 112: 38–46] mit 262 Patienten, die eine Immuntherapie oder eine zielgerichtete Therapie erhielten, führte eine zusätzliche Radiotherapie zu einem medianen Gesamtüberleben von 16,8 Monaten; ohne Radiotherapie waren es 6,9 Monate. Ähnlich konnte auch in einer retrospektiven Analyse [Rauschenberg R et al. Eur J Cancer. 2019; 110: 11–20], in die 208 Patienten aus 14 deutschen Hauttumorzentren eingeschlossen waren, unter einer Kombination von stereotaktischer Radiochirurgie (SRS) plus Systemtherapie ein medianes Gesamtüberleben von 19,7 Monaten erreicht werden; die 2-Jahres-Überlebensrate betrug 43 %.

Die Effekte der verschiedenen Kombinationsstrategien bei ZNS-Metastasen werden derzeit in mehreren klinischen Studien untersucht, berichtete Meier.

So wird in einer aktuellen Phase-II-Studie eine Kombinationsbehandlung mit dem BRAF-Inhibitor Vemurafenib und dem MEK-Inhibitor Cobimetinib nach stereotaktischer Radiochirurgie bei Melanompatienten mit Hirnmetastasen geprüft [ClinicalTrials.gov Identifier: NCT03430947]. In einer weiteren Studie wird die Dreifach-Kombination von Vemurafenib, Cobimetinib und dem Checkpointinhibitor Atezolizumab untersucht [ClinicalTrials.gov Identifier: NCT03625141].

Von einer Tripel-Therapie erhoffe man sich ein rasches, zuverlässiges und anhaltendes Ansprechen sowohl bei asymptomatischen als auch bei symptomatischen Hirnmetastasen, so Meier.

Literatur

  1. Sitzung 14: Hirnmetastasen — ein UpdateGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Angelika Bauer-Delto
    • 1
  1. 1.

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