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hautnah dermatologie

, Volume 35, Issue 6, pp 24–24 | Cite as

Urtikaria: IgE-Antikörper auch außerhalb von Studien mit guten Ergebnisse

  • Peter Leiner
Literatur kompakt
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Eine Therapie mit Omalizumab bei Patienten mit ausgeprägter chronischer spontaner Urtikaria ist auch außerhalb von Studien erfolgreich. Bereits nach einem Monat ist unter Praxisbedingungen eine deutliche und anhaltende Symptomlinderung erreichbar.

Der monoklonale Antikörper Omalizumab ist gegen das Immunglobulin E gerichtet. Er ist außer bei allergischem Asthma auch zur Zusatztherapie von Erwachsenen und Jugendlichen mit chronischer spontaner Urtikaria (CsU) zugelassen, die bisher unzureichend auf eine Behandlung mit H1-Antihistaminika angesprochen haben. Belgische Hautärzte haben jetzt den Nutzen der Antikörpertherapie unter Praxisbedingungen bei Patienten von 16 Zentren des Landes untersucht.

Die Befunde von insgesamt 235 Patienten wurden in der retrospektiven Beobachtungsstudie berücksichtigt. Median dauerte es vom Beginn der Symptomatik an bis zur Diagnose 5,4 Monate. Und von der Diagnose bis zum Start der Therapie mit Omalizumab vergingen im Median weitere 6,7 Monate.

Die Symptomatik wurde mithilfe des wöchentlichen Urtikaria-Aktivitäts-Scores (UAS7, 0–42; 0 = keine Symptome) beurteilt. Vor Therapiebeginn lag der Wert durchschnittlich bei 32 als Maß für eine schwere Symptomatik. Nach einer Antikörperbehandlung über einen Monat war der Wert durchschnittlich auf 12,6 gesunken. Bei jedem zweiten Patienten (67,2 %) gelang es, die CsU unter Kontrolle zu bringen (UAS7 ≤ 6). Nach 28 Monaten lag der Anteil der Patienten, die seit Therapiebeginn mindestens einmal einen UAS7-Wert von 0 oder ≤ 6 hatten, jeweils bei mehr als 70 %.

Allerdings entsprach die Behandlung der CsU-Patienten vor und nach Beginn der Antikörpertherapie nicht immer den aktuellen Leitlinien. So hätten zum Beispiel vor der Omalizumabbehandlung 26,4 % und nach Antikörpertherapiebeginn 11,1 % der Patienten H1-Antihistaminika der ersten Generation erhalten. Substanzen der zweiten Generation erhielten 87,7 % und 74,5 % der Teilnehmer. Bei jedem fünften Patienten (20,4 %) wurde ausschließlich der Antikörper verabreicht. 34,4 % erhielten zusätzlich zu Omalizumab eine weitere CsU-Therapie und 27,7 % zwei weitere CsU-Behandlungen.

Der Antikörper wurde durchschnittlich über einen Zeitraum von knapp zwölf Monaten verabreicht, bei 85 % ohne Änderung der Dosis. Unter den 235 Patienten beendeten insgesamt 87 Patienten die Antikörpertherapie vorzeitig. Der häufigste Grund — nämlich bei jedem zweiten Patienten — war die Remission der Urtikaria. Bei 12,6 % der Patienten war es die fehlende Linderung der Symptomatik. Bei 3,4 % der Patienten waren unerwünschte Wirkungen der Therapie Grund für den Behandlungsstopp. Am häufigsten nannten die Betroffenen Kopfschmerzen als Grund.

Fazit: Bei Patienten mit ausgeprägter chronischer spontaner Urtikaria konnten auch außerhalb von Studien gute Therapieergebnisse mit dem Antikörper Omalizumab erzielt werden. Bei den meisten Patienten gelingt es, die Urtikaria unter Kontrolle zu bekommen.

Literatur

  1. Lapeere H et al. A retrospective analysis omalizumab treatment patterns in patients with chronic spontaneous urticaria: a real-world study in Belgium. J Eur Acad Dermatol Venereol 2019.  https://doi.org/10.1111/jdv.15684

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© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Peter Leiner
    • 1
  1. 1.

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