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hautnah dermatologie

, Volume 35, Issue 6, pp 16–16 | Cite as

Mortalität des Plattenepithelkarzinoms sinkt

  • Robert Bublak
Literatur kompakt
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Australische Ärzte haben untersucht, wie sich das Überleben von Patienten mit metastasierten kutanen Plattenepithelkarzinomen der Kopf-Hals-Region in den Jahren seit 1980 entwickelt hat.

Für alle medizinischen Themen rund um weißen Hautkrebs und speziell kutanes Plattenepithelkarzinom der Haut gilt Australien als Freiluftlabor. Eine exzessive Sonneneinstrahlung trifft dort auf eine — von den Aborigines abgesehen — weitenteils hellhäutige Bevölkerung. Das Land hält den Weltrekord in der Inzidenz des kutanen Plattenepithelkarzinoms, die Erkrankungsraten gemahnen an eine Epidemie.

Nun haben Ärzte aus Australien die Daten von 1.301 Patienten ausgewertet, die zwischen 1980 und 2017 wegen eines kutanen Plattenepithelkarzinomen der Kopf-Hals-Region (mkPEK-KH) behandelt worden und zu diesem Zeitpunkt im Mittel 73 Jahre alt gewesen waren. 85 % waren Männer und 80 % der Patienten hatten Tumoren im Stadium IV. 19 % wurden nur operiert, 75 % bekamen zusätzlich eine adjuvante Bestrahlung und 6 % eine adjuvante Radiochemotherapie. Die mediane Gesamtüberlebenszeit betrug 5,7 Jahre. Insgesamt starben 46 % der Patienten, 17 % erlagen ihrem mkPEK-KH. Im Lauf der Zeit verbesserten sich die Überlebensraten deutlich. Im Vergleich zum Referenzzeitraum von 1980 bis 1989 lagen die Sterbeziffern in den Jahren 1990 bis 1999 um 53 % und von 2000 bis 2017 um 70 % niedriger. Die Gesamtmortalität nahm bis 1990 um 44 % ab, ab 2010 betrug das Minus 50 %. Nur 4 % der Patienten wurden im Zeitraum zwischen 1980 und 1989 behandelt, 17 % zwischen 1990 und 1999, 43 % zwischen 2000 und 2009 und 36 % zwischen 2010 und 2017.

Die Studienautoren führen die gesunkene Sterblichkeit auf eine verbesserte mkPEK-KH-Therapie zurück. Das beginnt bei genauerem präoperativem Staging, setzt sich fort in der Subspezialisierung der Chirurgen, Radioonkologen und Pathologen mit einem besseren Verständnis der Prognosefaktoren, was schließlich zur Bildung multidisziplinärer Teams und einer passenderen Selektion der Patienten führt, die von einer intensivierten Behandlung profitieren. Dazu zählt die häufigere, aber auch selektivere Vornahme von Neck-Dissections, gegebenenfalls mit Parotidektomie.

Die Fortschritte haben sich vor dem Hintergrund ereignet, dass immer mehr ältere Patienten zu behandeln waren: 1980 bis 1989 waren 4 %, 2010 bis 2017 32 % älter als 80 Jahre. Auch der Anteil immunsupprimierter Patienten, meist aufgrund hämatologischer Malignome, stieg von 2 % auf 10 %

Fazit: Das Risiko, an einem metastasierten Plattenepithelkarzinom der Haut zu sterben, ist für Patienten in den vergangenen 40 Jahren um 70 % gesunken — und das sogar im Land mit den höchsten Inzidenzzahlen.

Literatur

  1. Hasmat S et al. Positive survival trend in metastatic head and neck cutaneous squamous cell carcinoma over four-decades: Multicenter study. Head Neck 2019; 41: 3826–32CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Robert Bublak
    • 1
  1. 1.

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