Advertisement

Springer Nature is making SARS-CoV-2 and COVID-19 research free. View research | View latest news | Sign up for updates

Telefonische OP-Nachsorge erhöht Zufriedenheit

Um einerseits bei unkritischen dermatochirurgischen Eingriffen unnötige Wiedervorstellungen zu vermeiden, andererseits aber mögliche Komplikationen bei Patienten zu erfassen, für die keine Kontrolluntersuchung geplant ist, kann die Implementierung einer telefonischen Verlaufskontrolle sinnvoll sein, berichtete Dr. Christoph Löser, Ludwigshafen. In einer aktuellen Studie [Forbes B et al. J Clin Aesthet Dermatol. 2018; 11: 36-9] erhielten Patienten nach Mohs-Chirurgie, die nicht zur Kontrolle einbestellt waren, zwei postoperative Anrufe, und zwar 24 bis 48 Stunden sowie eine Woche nach dem Eingriff.

Von den 349 Patienten konnten 263 zum ersten Zeitpunkt erreicht werden, beim zweiten waren es 232. Die Anrufe dauerten jeweils etwa drei Minuten. Bei der standardisierten Befragung beim ersten Telefonat nannten 6,8 % Blutungen, 6,5 % Hämatome, 10,3 % Schwellungen und 97 % kontrollierbare Schmerzen. Eine der Blutungen war behandlungsbedürftig.

Beim zweiten Telefonat, bei dem nach dem Wundmanagement, Infektionszeichen sowie weiteren Beschwerden gefragt wurde, gaben 5,2 % der Patienten Probleme im Umgang mit den Verbänden an und 1,7 % fehlte Verbandsmaterial, 23 % hatten Juckreiz oder Irritationen und 7,8 % nannten Anzeichen einer Infektion. Bei einem der Patienten wurde eine Infektion festgestellt, die mit Antibiotika behandelt werden musste.

Durch postoperative Anrufe kann die Patientenzufriedenheit gesteigert werden, wie eine weitere prospektive Studie ergab [Hafiji J et al. Br J Dermatol 2012; 167: 570-4]. In dieser Untersuchung wurden Patienten am Abend nach einer Mohs-OP telefonisch kontaktiert und standardisiert nach Befinden, Schmerzen und Blutungen gefragt. Rund 95 % der Patienten waren durch den Anruf positiv überrascht. Im Vergleich zur Kontrollgruppe, die keinen Anruf erhalten hatte, war die Patientenzufriedenheit höher, die zum Zeitpunkt des Fadenzugs erfasst wurde (10 vs. 9 auf einer 10-Punkte-Skala).

figure1

© Alliance / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodell)

Die meisten Patienten sind von einem postoperativen Kontrollanruf positiv überrascht.

Nach eigenen Erfahrungen mit einer telefonischen OP-Nachsorge sei die Resonanz überwältigend positiv, berichtete Löser. Der Patient sollte statt am Abend des Eingriffs besser ein bis zwei Tage später angerufen werden. Die Erreichbarkeit der Patienten sei im Handyzeitalter in der Regel gut. Die Anrufe sollten aber zuvor nicht in Aussicht gestellt werden, um die Patienten nicht zu enttäuschen, falls dieser telefonisch nicht erreicht wird, riet Löser. Standardisierte Anrufe können durch Praxis- beziehungsweise Klinikpersonal durchgeführt werden. Sofern erforderlich, könne dann der Arzt hinzugezogen werden. Besonders praktisch sei eine telefonische Verlaufskontrolle beispielsweise für Patienten, die eine weite Anfahrt haben. Angelika Bauer-Delto

Hot Topic: Dermatochirurgie. Christoph Löser

Author information

Correspondence to Angelika Bauer-Delto.

Rights and permissions

Reprints and Permissions

About this article

Verify currency and authenticity via CrossMark

Cite this article

Bauer-Delto, A. Telefonische OP-Nachsorge erhöht Zufriedenheit. hautnah dermatologie 36, 41 (2020). https://doi.org/10.1007/s15012-019-0566-6

Download citation