Advertisement

hautnah dermatologie

, Volume 34, Issue 6, pp 50–50 | Cite as

13. Deutscher Allergiekongress in Dresden

„Für eine Welt ohne Allergien“

  • Thomas M. Heim
Medizin aktuell
  • 36 Downloads

Das Motto des diesjährigen Deutschen Allergiekonkresses klingt ambitioniert, wenn auch noch in weiter Ferne. Wie man diesem bislang unsichtbaren Ziel ein Stück näher kommen könnte, wurde Ende September in Dresden diskutiert.

© Sebastian Semmer

Epikutantest mit hausgemachten Testlösungen

„Die epikutane Testung patienteneigener Substanzen ist oft eine wichtige Ergänzung, nie aber ein Ersatz für verfügbare Standardreihen“, schickte PD Dr. Heinrich Dickel, Bochum, voraus. Eine Voraussetzung, um In-vivo-Testungen individueller Substanzen in der eigenen Praxis vornehmen zu dürfen, ist die einmalige Anzeige an die zuständige Aufsichtsbehörde gemäß § 67 Arzneimittelgesetz. Die zuständige Aufsichtsbehörde kann unter www.zlg.de/arzneimittel/deutschland/laenderbehoerden.html ermittelt werden. Unter dkg.ivdk.org/dok/InformationenParagraph_67_AMG.doc können nähere Informationen sowie ein musterhafter Anzeigetext eingesehen werden. Wichtige Informationsquellen zu potenziellen Allergenen seien Verpackungslabel, Beipackzettel oder Fachinformationen, Sicherheits- und technische Datenblätter sowie die Gefahrstoffdatenbanken der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung sowie des Gefahrstoffinformationssystems Chemikalien.

Besteht der Verdacht, die gewählte Lösungskonzentration könnte im okklusiven Epikutantest irritativ wirken, sollte ein halboffener Epikutantest durchgeführt werden, erklärte Dickel. Dabei wird die Testsubstanz am Unterarm offen aufgetragen, das Testfeld markiert und unmittelbar nach dem Antrocknen, sowie nach 30 Minuten abgelesen. Danach wird die Testfläche für 24 Stunden mit einem nicht okklusiven Pflaster abgedeckt und anschließend wie bei einem okklusiven Test abgelesen.

Epikutantestreaktionen mit unklarer klinischer Relevanz können im repetitiven offenen Anwendungstest (ROAT) überprüft werden. Mit diesem kann die reguläre Anwendung von kommerziellen Produkten, etwa Kosmetika, nachgestellt werden. Die Testperson trägt die Substanz zweimal täglich auf ein markiertes Areal an der Unterarminnenseite auf. Da Ekzemreaktionen gelegentlich mit Verzögerung auftreten, kann die Testung über bis zu zwei Wochen fortgesetzt werden.

Bestimmte Substanzen sollten grundsätzlich nicht getestet werden. Dazu zählen nicht deklarierte Substanzen, Metallsplitter und hautreizende Substanzen wie Adstringentien, Frostschutzmittel, Treibstoff, Kalk, Zement, Lackverdünner oder Nagellackentferner. Substanzlösungen mit einem pH < 4 oder > 9 sollten nicht ungepuffert aufgetragen werden.

Bei einigen Substanzen besteht ein sehr hohes Risiko für eine aktive Sensibilisierung durch die Testung, ergänzte PD Dr. Timo Buhl, Göttingen. Substanzen wie oxidative Haarfärbemittel, Haargel oder acrylhaltige Kleb- und Werkstoffe für künstliche Nägel sollten daher nicht oder nur sehr vorsichtig angewendet werden. Auch Pflanzen gehen oft mit einem hohen Risiko für irritative Reaktionen und aktive Sensibilisierung einher. Dickel riet daher von der Testung eigener Pflanzenzubereitungen ab und empfahl, sich auf die gängigen Testreihen zu Pflanzeninhaltstoffen zu beschränken.

Literatur

  1. AllergoActive: Epikutantestung von patienteneigenen Substanzen in der PraxisGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • Thomas M. Heim
    • 1
  1. 1.

Personalised recommendations