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hautnah dermatologie

, Volume 34, Issue 6, pp 27–27 | Cite as

Rauchen beeinflusst weißen Hautkrebs

  • Beate Schumacher
Literatur kompakt
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Das Auftreten von weißem Hautkrebs wird durch Tabakkonsum beeinflusst — je nach Art und Lokalisation der Tumoren scheinbar nicht nur nachteilig.

Daten der prospektiven UK Million Women Study sowie einer Metaanalyse von sieben, ebenfalls prospektiven Studien zeigen, dass das Rauchverhalten einen Einfluss auf das Hautkrebsrisiko zu haben scheint. In die Auswertung sind Daten von über 1,2 Millionen Frauen eingeflossen: Bei Studieneinschluss im Alter von 56 Jahren waren 21 % von ihnen aktive Raucherinnen, 51 % hatten nie geraucht. Im Beobachtungszeitraum von 14 Jahren wurde bei 0,5 % die Erstdiagnose eines Plattenepithelkarzinoms (SCC) und bei 4,0 % eines (Basalzellkarzinoms) BCC gestellt. Auch wenn berücksichtigt wurde, dass Raucherinnen häufiger weitere Gesundheitsrisiken aufwiesen, hatten sie im Vergleich zu tabakabstinenten Frauen ein um 22 % höheres SCC-Risiko. Dieses Risiko war dosisabhängig (< 15 Zigaretten/Tag: +14 %; ≥ 15 Zigaretten/Tag: +34 %). Das BCC-Risiko aktiver Raucherinnen lag dagegen um 20 % unter dem der Nieraucherinnen. Ein Dosiseffekt war hier nicht zu erkennen. Frauen, die das Rauchen aufgegeben hatten, unterschieden sich weder in der SCC- noch in der BCC-Rate von den Nieraucherinnen. In Abhängigkeit von der betroffenen Körperregion waren jedoch erhebliche Variationen des tabakabhängigen Risikos zu beobachten: An den Extremitäten war Rauchen mit einem Anstieg des SCC-Risiko um 55 % und einem Rückgang des BCC-Risikos um 28 % assoziiert. Im Gesicht dagegen konnten keine Unterschiede festgestellt werden. Die Metaanalyse ergab ähnliche Resultate (23 % höheres SCC- und 17 % geringeres BCC-Risiko bei Rauchern). Die gegenteilige Auswirkung des Rauchens auf SCC und BCC, so die Studienautoren, spreche gegen den Einfluss nicht erkannter Störfaktoren; solche würden eher eine gleichgerichtete Veränderung erwarten lassen.

Fazit: Tabakkonsum scheint einen Einfluss auf das Hautkrebsrisiko zu haben. Dabei ist das Risiko, an einem Plattenepithelkarzinom zu erkranken für Raucher um etwa 22 % erhöht, das Risiko für ein Basalzellkarzinom um circa 20 % gesenkt. Wie und wieso die gegenteilige Auswirkung von Tabak auf das Risiko der zwei Tumortypen zustande kommt, können die Studienautoren bislang nicht sagen. Hierfür bedarf es weiterer Studien.

Literatur

  1. Pirie K et al. Heterogeneous relationships of squamous and basal cell carcinomas of the skin with smoking: the UK Million Women Study and meta-analysis of prospective studies. Br J Cancer. 2018; 119: 114–20CrossRefPubMedGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • Beate Schumacher
    • 1
  1. 1.

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