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hautnah dermatologie

, Volume 34, Issue 6, pp 26–26 | Cite as

Milchtrinker erkranken häufiger an Akne

  • Robert Bublak
Literatur kompakt
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Die Verbindung zwischen Milchkonsum und der Entstehung von Akne wurde bereits in diversen Studien untersucht. Chinesische Dermatologen haben die Zusammenhänge nun mittels Metaanalyse genauer untersucht.

Um die Kontroverse zum Thema Milch und Akne einer Lösung näherzubringen, haben Dermatologen auf China vier Kohorten- und neun Fall-Kontroll- beziehungsweise Querschnittstudien einer Metaanalyse unterzogen. Insgesamt griffen sie dabei auf Daten von knapp 72.000 Probanden zurück. Die Ergebnisse zeigten, dass Milchtrinker öfter an Akne erkrankt waren als Personen mit geringerem Milchkonsum. In den Kohortenstudien betrug die Steigerung 17 %, in den Fall-Kontroll- und Querschnittuntersuchungen 16 %. Die höchsten Zunahmen gab es bei Magermilchkonsumenten (24 %), gefolgt von Personen, die fettarme Milch tranken (14 %) und Vollmilchtrinkern (13 %). Auch die Menge der konsumierten Milch spielte eine Rolle für die Entstehung von Akne. Bei mehr als einem Glas pro Tag stieg das Aknerisiko um 12 %, bei weniger als einem Glas um 8 %. Eine positive Assoziation zwischen dem Milchkonsum und Akne bestand besonders bei jenen Patienten, die an mäßiger bis schwerer Akne litten. Hier war das Risiko bei Milchtrinkern gegenüber -nichttrinkern signifikant um 18 % erhöht.

Der Zusammenhang zwischen Akne und Milchkonsum ließ sich nur in Europa (Steigerung 28 %) und Amerika (16 %) nachweisen — also in jenen geografischen Regionen, die den westlichen Ernährungsgewohnheiten folgen. Da vollfette Milch das geringste Aknerisiko aufwies, scheint es unwahrscheinlich, dass Milchfett der auslösende Faktor ist. Die Studienautoren vermuten den Verursacher vielmehr im Milcheiweiß. Weil magere Milch weniger sättigt, so die Hypothese, wird sie in größeren Mengen getrunken als Vollmilch. Das wiederum erhöht die Aufnahme von Milcheiweiß. Es soll beispielsweise über den Transfer von Aminosäuren die Produktion von Insulin-like Growth Factor (IGF) 1 antreiben. Außerdem enthält Milch Androgene und weitere, nicht steroidale Wachstumsfaktoren. All diese Substanzen können die Fettsynthese im Talg fördern.

Fazit: Eine Metaanalyse ergab, dass häufiger Milchkonsum die Entstehung von Akne begünstigt. Dabei scheint magere und fettarme Milch ein größeres Risiko zu sein als Vollmilch. Als Verursacher der Akne vermuten die Autoren die vermehrte Aufnahme von Milcheinweiß, welches durch Wachstumsfaktoren die Fettsynthese im Talg fördert.

Literatur

  1. Dai R et al. The effect of milk consumption on acne: a meta-analysis of observational studies. J Eur Acad Dermatol Venereol. 2018; http://doi.org/cwfcGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • Robert Bublak
    • 1
  1. 1.

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