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Allergo Journal

, Volume 28, Issue 7, pp 83–83 | Cite as

Neue S3-Leitline: Durchführung des Epikutantests

  • Maren Mundt
Allergologie aktuell Allergiekongress 2019
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_ Einige wichtige Vorgaben der neuen S3-Leitlinie „Durchführung des Epikutantests mit Kontaktallergenen und Arzneimitteln“ wurden auf dem Allergiekongress zusammengefasst: Geht es im Epikutantest um eine möglichst hohe Spezifität, wird in der Leitlinie eine Expositionsdauer von zwei Tagen empfohlen. Geht es dagegen um eine hohe Sensitivität, kann erwogen werden, die Expositionsdauer auf einen Tag zu begrenzen.

Allergene mit häufigen Spätreaktionen sind Glukokortikoide, Aminoglycosid-Antibiotika, Formaldehyd, Formaldehyd-Abspalter und -Harze, para-Phenylendiamin und in der Dentalmedizin verwendete Metalle. Die unterschiedliche Dauer bis zur Hautreaktion erfordert drei Ablesungen.

Ablesezeitpunkte:
  • Tag 0: Epikutanpflaster aufkleben

  • Tag 2 (48 Stunden): Pflaster entfernen, erste Ablesung

  • Tag 3 (72 h): zweite Ablesung

  • Tag 7 (168 Stunden): dritte Ablesung

Bei Problemallergenen sei die Entscheidung, ob der Epikutantest zu einer echten allergischen Reaktion oder zu einer Irritation der Haut geführt hat, häufig schwierig, so PD Dr. Heinrich Dickel, Bochum. Um eine gesteigerte Hautirritation abzugrenzen, wird das Detergenz Natriumlaurylsulfat als Irritanzkontrolle mitgetestet. Wenn der Epikutantest mit einem Allergen-Mix durchgeführt wird, sollten die darin enthaltenen Kontaktallergene aufgeschlüsselt werden, wenn der Test positiv ausfällt.

Bei Patienten, die mit Glukokortikoiden ab 20 mg pro Tag Prednisolonäquivalent behandelt werden, wird empfohlen, das Glukokortikoid eine Woche vor dem Epikutantest abzusetzen. Ansonsten besteht die Gefahr falsch negativer Testreaktionen. Im Fall von topischen Glukokortikoiden wird empfohlen, die Unterbrechung auf den Bereich des Testareals zu beschränken. Auch Patienten die Antihistaminika anwenden, sollten diese Substanzen absetzen. Ausreichend ist eine Latenz von fünf Halbwertszeiten des jeweils verwendeten Wirkstoffs.

Der Abriss-Epikutantest kann nach einer als nicht allergisch gewerteten Epikutanreaktion bei fortbestehendem Verdacht auf eine Kontaktallergie eingesetzt werden, wenn vermutlich eine Allergie gegen Substanzen besteht, die die Hornschicht der Haut schlecht penetrieren. Unabhängig vom Allergen wird der Abriss-Epikutantest bei patienteneigenen und kommerziellen Testsubstanzen empfohlen, sofern bei diesen im klassischen Epikutantest keine irritativen Reaktionen zu erwarten seien, berichtete Dickel. Die Körperbehaarung wird vorher schonend entfernt.

Bei Kindern wird bei Verdacht auf ein allergisches Kontaktekzem, auch wenn es als Komplikation einer anderen Erkrankung — zum Beispiel einem atopischen Ekzem — auftritt, ein Epikutantest empfohlen. Dabei sollte mindestens die Kinder-Standardreihe getestet werden. Es kann erwogen werden, die Applikationsdauer bei Kindern unter zwölf Jahren auf einen Tag zu begrenzen.

Da bei Schwangeren und in der Stillzeit keine eindeutigen Ergebnisse zu Nutzen und Risiken von Epikutantests vorliegen, werden die Tests nicht empfohlen.

Literatur

  1. AllergoActive: „S3-Leitlinie Kontaktallergene: Was gibt es Neues?“ PD Dr. Heinrich DickelGoogle Scholar

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© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Maren Mundt
    • 1
  1. 1.

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