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Allergo Journal

, Volume 28, Issue 7, pp 12–12 | Cite as

Luftfilter bei der Hausarbeit reduziert Allergenbelastung — aber selten signifikant

  • Beate Schumacher
  • Thilo Jakob
Literatur kompakt

Wenn zu Hause geputzt und aufgeräumt wird, wirbelt das außer Staub auch Allergene auf. Was ein modernes Luftfiltergerät dagegen ausrichten kann, wurde jetzt in einer kontrollierten Studie untersucht.

Mit der Studie sollte geprüft werden, ob ein Luftreiniger mit hocheffizienten Feinstaubfiltern in der Lage ist, die Innenraumkonzentration von Allergenen bei der Hausarbeit zu senken. Dazu verrichtete eine Versuchsperson in einem Haushalt mit einem Hund und einer Katze jeweils ein bis zwei Stunden lang Arbeiten wie Staubwischen, Aufräumen und Bettenmachen, entweder ohne oder mit einem Luftreiniger im Raum. Um die dabei entstehende Belastung mit Staub sowie mit Hausstaubmilben-, Katzen- und Hundeallergenen zu messen, wurden mit einer stationären und einer von der Versuchsperson getragenen Pumpe Luftproben genommen. Die Allergenkonzentration wurden mittels Fluoreszenz-Enzymimmunoassays für Hausstaubmilben, Fel d 1 und Can f 1 bestimmt.

Durch den Luftreiniger wurde die Konzentration von inhalierbarem Staub signifikant gesenkt, um 40 % in den an der Versuchsperson und um 20 % in den stationär gewonnenen Proben. Die Allergenkonzentration war zwar meist ebenfalls mit Luftreiniger niedriger als ohne, im Mittel um 60 %. Allerdings unterlag die Allergenexposition großen Schwankungen und der durch die Luftreinigung erzielte Rückgang war meist zu klein, um statistische Signifikanz zu erreichen. Signifikant war der Unterschied nur in Bezug auf Can f 1, sofern die Konzentration mit der persönlichen Pumpe gemessen wurde, und für per Nasenfilter erfasste Milbenallergene.

Kommentar

Eine sorgfältig durchgeführte Studie unter realen Arbeits-Lebensbedingungen mit doch eher enttäuschenden Ergebnissen. Zwar führt der Einsatz des Luftreinigers mit hocheffizienten Feinstaubfiltern zu einer gewissen Reduktion des Allergengehaltes, die aber aufgrund großer Streubreite der Ergebnisse nicht die notwendige Signifikanz erreichte. Hierbei ist zu beachten, dass die Allergenmessung in Staubproben nicht trivial ist und es hierzu bisher wenig standardisierte Verfahren gibt. Zusätzlich wissen wir noch recht wenig darüber, wie viel Allergenreduktion in der Innenraumluft tatsächlich zu einer wesentlichen Verbesserung der klinischen Symptomatik der Betroffenen führt. Der Ansatz „Allergenreduktion durch Luftreinigung“ scheint logisch und Erfolg versprechend, allerdings sind hier noch weiterführende Studien notwendig, um die klinische Wirksamkeit auch schlüssig zu belegen.

Prof. Dr. Thilo Jakob

Literatur

  1. Punsmann S et al. Effectiveness of a portable air filtration device in reducing allergen exposure during household chores. Allergo J Int 2019;28: 299–307CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Beate Schumacher
    • 1
  • Thilo Jakob
    • 2
  1. 1.
  2. 2.Klinik für Dermatologie und AllergologieUniversitätsklinikum Gießen, UKGM, Justus Liebig Universität GießenGießenDeutschland

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