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Allergo Journal

, Volume 26, Issue 8, pp 56–56 | Cite as

Wirtschaftlich verordnen

Groß teurer als klein — wie geht das?

AeDA/DGAKI informie
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Kann es tatsächlich sein, dass Arzneimittelgroßpackungen in manchen Fällen teurer sind als Kleinpackungen? Dies schrieb die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Baden-Württemberg in einem Antwortschreiben an den Ärzteverband Deutscher Allergologen. Auf Rückfrage erklärte die KV dieses Kuriosum nun genauer.

Großpackungen rechnen sich immer, oder? Stimmt nicht, sagt die KV Baden-Württemberg und erläutert anhand einer Beispielrechnung.

© Karin & Uwe Annas / fotolia.com

In einem Antwortschreiben der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Baden Württemberg an den Ärzteverband Deutscher Allergologen (AeDA) war folgendes zu lesen:

„Durch Markt- und Preisbeobachtungen ist festzustellen, dass es durchaus auch Hersteller gibt, deren Packungsgröße für die doppelte Applikationsdauer teurer ist als der Preis von zwei Einzelpackungen, die dann denselben Applikationszeitraum abdecken würden. Diese Preisgestaltung der Hersteller ist somit bei der Verordnung der Packungsgrößen zu berücksichtigen.“

Diese Aussage konnte der AeDA — auch nach Durchsicht der Preise aus der Lauer-Taxe — nicht nachvollziehen und hakte daher nochmal bei der KV Baden-Württemberg nach.

Die Erklärung

Und so lautet die Erklärung von Dr. Michael Vapiano, Leiter des Geschäftsbereichs Qualitätssicherung und Verordnungsmanagement der KV Baden-Württemberg: „In der Tat ist es so, dass in der Regel die Apothekenverkaufspreise (AVP) von Großpackungen günstiger sind als die Summe der kleineren Einzelpackungen. Es kann jedoch unter Betrachtung der Herstellerabgabepreise (APU) und der Nettopreise (also unter Abzug von Rabatten, Abschlägen oder Patientenzuzahlungen) der Fall auftreten, dass dieser Nettobetrag der Großpackung dann teurer ist als die Nettopreise der Einzelpackungen. Dies kann ich Ihnen am Beispiel des Produktes Sublivac FIX Gräser verdeutlichen (vgl. Kasten).

Das Beispiel

Das Rechenbeispiel erläutert Vapiano wie folgt: „Diese Berechnung wird nicht aus der Preisliste der Lauer-Taxe ersichtlich; und dass grundsätzliche Aufgreifkriterium der Wirtschaftlichkeitsprüfung stellt in der Tat das Vergleichsniveau der Bruttopreise dar. Insofern wird diese Brutto-Netto-Berechnung nicht das Auswahlkriterium der zu verordnenden Packungen in der Praxis sein. Das Rechenbeispiel soll nur verdeutlichen und meine im letzten Brief gemachte Aussage dahingehend klarstellen, dass Großpackungen wirtschaftlich sein können, aber unter Nettobetrachtung nicht in jedem Einzelfall sein müssen.“

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Authors and Affiliations

  • red
    • 1
  1. 1.

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