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Allergo Journal

, Volume 26, Issue 8, pp 13–13 | Cite as

GA2LEN-Kammer für Multizenterstudien geeignet

  • Robert Bublak
Literatur kompakt
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Eine mobile Kammer für die Exposition gegenüber Aeroallergenen soll multizentrische klinisch-allergologische Studien ermöglichen. Entwickelt hat sie eine Arbeitsgruppe von Medizinern und Technikern.

Klinische Studien in der Allergologie verlaufen traditionell nach dem Muster von Feldstudien. Jedoch ist es hier schwierig, standardisierte Bedingungen zu schaffen. Das gelingt mit stationären Expositionskammern zwar recht gut: Hier können definierte Allergenkonzentrationen eingesetzt und die Umweltbedingungen stabil gehalten werden. Da sie fest verbaut sind, sind die Kammern für multizentrische Studien, wie von Zulassungsbehörden gefordert, ungeeignet.

Ein Team von Allergologen der Berliner Charité, angeführt von Prof. Dr. Karl-Christian Bergmann und Prof. Dr. Torsten Zuberbier, und von Technikern der Firma Bluestone Technology (Wörrstadt) hat deshalb ein System für die mobile Aeroallergenexposition entwickelt, das aus zwei transportablen Containern besteht, die miteinander verbunden werden und als GA2LEN-Kammer bezeichnet werden (GA2LEN: Global Allergy and Asthma European Network).

Dabei dient einer der Container als Beobachtungseinheit, in der sich die Probanden auch umziehen können. Der andere ist die eigentliche Expositionskammer. In ihr befinden sich neun Testplätze, über denen sich jeweils ein Auslass für die Allergene oder Placebo befindet. Die Partikelfreisetzung erfolgt lasergezählt und wird durch eine spezielle Software kontrolliert. Neben den Allergenen können auch Ozon, Kohlendioxid und Feinstäube eingeleitet werden, um die innerstädtische Luftverschmutzung zu simulieren und deren Auswirkung zu untersuchen.

Technische und klinische Validierungsversuche, insgesamt 330 mit fast 200 Probanden, sind erfolgreich verlaufen. An Allergenen getestet wurden Phleum pratense (Wiesen-Lieschgras), Betula pendula (Hängebirke) und die Hausstaubmilbenarten Dermatophagoides pteronyssinus und D. farinae.

Bergmann und sein Team äußerten sich zufrieden. „Die GA2LEN-Kammer in der vorliegenden Form stellt der Allergieforschung ein neues technisches Instrument zur Verfügung“, so ihr Resümee. Es erlaube ein einzigartiges, schnelles und standardisiertes multizentrisches Vorgehen.

Literatur

  1. Voegler T et al. Technical specification of the Global Allergy and Asthma European Network (GA2LEN) chamber: A novel mobile allergen exposure chamber. Allergo J Int 2017;26:287–94CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH 2017

Authors and Affiliations

  • Robert Bublak
    • 1
  1. 1.

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