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Allergo Journal

, Volume 26, Issue 8, pp 10–10 | Cite as

Fischallergie per Anamnese und sIgE analysieren

  • Barbara Kreutzkamp
Literatur kompakt
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Kreuzreaktivitäten bei Fischallergie sind häufig, manche Patienten berichten aber auch über eine Toleranz gegenüber einzelnen Spezies. Eine kleine Studie korrelierte erstmals Ergebnisse einer Nahrungsmittelprovokation mit verschiedenen Fischarten und spezifischen IgE-Reaktivitäten.

In der Rubrik „Literatur kompakt“ werden die wichtigsten Originalarbeiten aus der internationalen Fachliteratur referiert.

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Viele Fischallergiker sind gegen einzelne Arten tolerant. Aufschluss geben Anamnese und die IgE-Reaktivität der Seren.

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Einbezogen in die norwegische Studie waren 35 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen fünf und 19 Jahren mit ärztlich bestätigter Fischallergie. Sie unterzogen sich einer doppelblinden placebokontrollierten Nahrungsmittelprovokation mit Kabeljau, Lachs und Makrele und bei negativem Ergebnis anschließend einer offenen Provokation. Zusätzlich bestimmten die Allergologen die IgE-Reaktivität der Seren gegen die Fischextrakte, gegen Parvalbumin als häufigstem Fischallergen sowie gegen die neu entdeckten Fischmuskel-Enolasen und -Aldolasen.

33 der Studienteilnehmer reagierten auf Kabeljau, 28 auf Lachs und 28 auf Makrele. Die häufigsten subjektiven und objektiven Symptome waren lokale Schwellungen und Bläschenbildung, 14 Patienten reagierten mit mehr als einem Organ. Zwei Studienteilnehmer benötigten im Rahmen der Provokation Adrenalin, entwickelten aber keine schwere Anaphylaxie. Zehn (29 %) der Fischallergiker waren gegen mindestens eine Fischart tolerant, rund die Hälfte der Teilnehmer zeigten eine objektive Toleranz und rund ein Drittel eine subjektive Toleranz gegen mindestens eine Fischart. Die für die Symptomauslösung notwendigen Dosen waren für Kabeljau niedriger als für Makrele und Lachs — vermutlich ist Kabeljau in Nordeuropa aufgrund der Ernährungsgewohnheiten das primäre Allergen, vermuten die Allergologen.

Eine Sensibilisierung gegen alle drei Fischallergen-Extrakte sowie Parvalbumin fanden sich bei praktisch allen Teilnehmern, eine Aldolase/Enolase-Sensibilisierung hatten dagegen vor allem solche Patienten, die mit objektiven Symptomen reagiert hatten. Teilnehmer mit einer partiellen Toleranz hatten im Vergleich zu den durchgängig nicht toleranten Teilnehmern niedrigere spezifische IgE-Spiegel gegen drei Fischextrakte sowie Parvalbumin, bei den Enolasen und Aldolasen ergaben sich keine Unterschiede.

Fazit: Eine kleine Studie zeigt erstmals Möglichkeiten auf, durch die kombinierte Auswertung von Anamnese sowie der sIgE-Reaktivität gegen Fischextrakte sowie Parvalbumin und Enolasen/Aldolasen Ernährungsratschläge zu komplettem oder nur teilweisem Verzicht auf bestimmte Fischarten zu geben und unnötige orale Provokationen zu vermeiden.

Literatur

  1. Sørensen M et al. Cross-reactivitiy in fish allergy: A double-blind, placebo-controlled food-challenge. J Allergy Clin Immunol 2017; 140: 1170–2CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH 2017

Authors and Affiliations

  • Barbara Kreutzkamp
    • 1
  1. 1.

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