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MMW - Fortschritte der Medizin

, Volume 161, Issue 20, pp 30–30 | Cite as

Ein schönes Kleid, ein schlechtes Omen

  • Luise Hess
AUS DER PRAXIS WAS MMW-LESER ERLEBEN
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_ Ein Brautkleid von Chanel! Davon hatte sie schon als kleines Mädchen geträumt. Sie hatte fleißig gespart und es sich letzten Endes tatsächlich geleistet. Der zarte, bodenlange Schleier war mit Sternchen bestickt; ein Traum!

Ein alter Aberglaube besagt ja, dass es Unglück bringt, wenn der Bräutigam das Hochzeitskleid vor dem Tag der Tage sieht. Aber seinem Hausarzt kann man es ruhig vorher zeigen. So kam die junge Braut voller Euphorie zu mir, mit dem Foto von ihr im Kleid und einer Einladung zur Hochzeit. Es kündigte sich eine gigantische Feier an.

Eine Woche später aber stand ein verzweifeltes „kleines Mädchen“ in meiner Praxis. Die Hochzeit war geplatzt! Was war passiert?

Die Hochzeit stand unter einem schlechten Stern.

© ViktorCap / Getty Images / iStock

Nun, das war passiert: Der Bräutigam hatte Junggesellenabschied gefeiert und ein Riesenchaos hinterlassen: Leere Bierflaschen, Chips und Müll lagen in der Wohnung. Sie hatte ihn zur Rede gestellt: „Das machst du aber sauber!“ Der Bräutigam fühlte sich gemaßregelt. Es kam zum Zerwürfnis. Die Braut war momentan untröstbar.

So muss der Aberglaube offenbar erweitert werden: Zeige dein Brautkleid vor der Hochzeit auch nicht deinem Hausarzt. Aber hebe es auf! Für den einen, der es wert ist.

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© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Luise Hess
    • 1
  1. 1.DarmstadtDeutschland

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