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MMW - Fortschritte der Medizin

, Volume 161, Supplement 3, pp 17–17 | Cite as

So kann man Reiseimpfungen abrechnen

  • Springer Medizin
AUS DER PRAXIS . VON HAUSARZT ZU HAUSARZT
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_ Reiseimpfungen werden in der Regel als individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) abgerechnet. Eine Ausnahme bilden Impfungen, die auch im Inland nach den Richtlinien der Ständigen Impfkommission (STIKO) Bestandteil der Leistungspflicht der gesetzlichen Kassen sind. In dem Fall ist klar, dass sie zulasten der GKV berechnet werden können. Es lohnt sich also ggf., einen Blick in die Schutzimpfungs-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses zu werfen (www.g-ba.de/richtlinien/60). Ist die GKV nicht zur Bezahlung der Leistung verpflichtet, wird per Privatliquidation nach GOÄ abgerechnet.

Dabei sollte man keine Leistung vergessen. Zur Durchführung einer Impfung gehört auch immer die Prüfung der Impffähigkeit. Diese rechnet man nach den Nrn. 1 und 5 GOÄ ab. Für die Schutzimpfung selbst kommt die Nr. 375 hinzu. Weitere Impfungen als Zusatzinjektion bei Parallelimpfung werden nach Nr. 377 berechnet.

MMW-KOMMENTAR

Im Detail sind einige Besonderheiten zu beachten. Neben der Nr. 377 für die Parallelimpfung ist die Nr. 1 ausgeschlossen (Allgemeine Bestimmungen C.V.3).

Außerdem sind die Nrn. 1 und 5 im Behandlungsfall — also innerhalb eines Monats nach der Erstkonsultation — jeweils nur einmal neben der Nr. 375 berechnungsfähig (Allgemeine Bestimmungen B.2). Sie können auf die ersten beiden Termine verteilt werden. Dabei kann ein höherer Multiplikator angesetzt werden, um den erhöhten Aufwand auszugleichen (Tab. 1 ). Müsste noch eine weitere Impfung parallel durchgeführt werden, kann zum Impftermin z. B. eine Woche später die Nr. 377 berechnet werden, und zwar je Zusatzimpfung.
Tab. 1

Beispiel: Rechnungsstellung für Impfungen vor einer Fernreise

Termin

GOÄ

Legende

Euro

1

1 (× 3,5)

Erhöhter Beratungsaufwand und zusätzliche Untersuchung auf Impffähigkeit

16,32

375 (× 3,5)

Schutzimpfung, erhöhter Aufwand wegen mehrerer Impfungen und Erstellung eines Impfzeitplans

16,32

Summe: 32,64

2

5 (× 3,5)

Symptombezogene Untersuchung und zusätzliche Beratung

16,32

375 (× 2,3)

Schutzimpfung

10,70

377 (× 2,3)

Parallelimpfung

6,70

Summe: 33,37

3

1 (× 2,3)

Beratung

10,71

5 (× 3,5)

Symptombezogene Untersuchung und erhöhter Aufwand wegen weiterer Impfung(en)

16,32

Summe: 27,03

Vorbereitung auf die Tropenreise.

© SDI Productions / Getty Images / iStock

Bei einem dritten Impftermin im selben Behandlungsfall kann man die Impfung dann nicht mehr ansetzen. Der erhöhte Aufwand wäre aber durch den Ansatz der Nrn. 1 (Faktor 2,3) und 5 (Faktor 3,5) darstellbar. Fällt der dritte Impftermin dagegen in einen neuen Behandlungsfall, weil mehr als ein Monat vergangen ist, wäre ganz regulär wieder die Impfleistung nach Nr. 375 neben den Nrn. 1 und 5 berechnungsfähig.

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