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MMW - Fortschritte der Medizin

, Volume 161, Issue 19, pp 72–72 | Cite as

Stabile Angina pectoris

Krankheitslast von Frauen noch immer unterschätzt

  • Simone Reisdorf
PHARMAFORUM
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Frauen mit stabiler Angina pectoris geht es deutlich schlechter als ihren männlichen Leidensgenossen.

© Michael Möller / panthermedia

_ Unter Therapie noch immer symptomatisch — das trifft bei stabiler Angina pectoris Frauen häufiger als Männer. Den behandelnden Ärzten ist dies nicht immer bewusst. Beim ESC-Kongress wurden jetzt Krankheitslast und Behandlungsmöglichkeiten diskutiert.

Thema der Umfrage BRIDGE waren die Belastungen und Bedürfnisse von Patienten mit stabiler Angina pectoris in Deutschland, Großbritannien, Spanien und Italien (BRIDGE II) und die Einschätzung durch ihre Ärzte (BRIDGE I). 341 Kardiologen und 318 Hausärzte nahmen ten an BRIDGE I teil und bewerteten die Krankheitsschwere von insgesamt 1.965 Patienten.

Unter den dabei vorgenommenen Subanalysen war insbesondere die Unterscheidung in Patientinnen und Patienten interessant: Obwohl die Ärzte bei den Frauen mehr Symptome und mehr Angina-Attacken dokumentiert hatten, schätzten sie den aktuellen Krankheitsstatus bei Männern und Frauen sehr ähnlich ein. Aus ärztlicher Sicht hatten jeweils 47,5% der behandelten Patienten eine gut bis sehr gut eingestellte Angina pectoris. Auffallend war, dass die Ärzte den Frauen weniger Medikamente und Interventionen verordnet hatten als den Männern.

Die Selbsteinschätzung der Patienten in BRIDGE II passte besser zu den dokumentierten Befunden: 51% der befragten Männer, jedoch nur 30% der Frauen empfanden die Krankheitseinstellung als gut oder sehr gut. Die übrigen bewerteten den aktuellen Status als mittelmäßig oder nicht gut — was sie allerdings ihren Ärzten nicht immer mitgeteilt hatten [Ambrosio G et al. Angiology. 2019;70:397–406].

Unter den antianginösen Therapieoptionen hob Prof. Ralf Dechend von der Charité Berlin den Wirkstoff Ranolazin (Ranexa®) hervor, der effektiv und verträglich sowie gut kombinierbar sei. Auch auf Begleiterkrankungen wie Hypertonie und Diabetes habe das Medikament günstige Effekte, konstatierte der Kardiologe. Beispielsweise habe man in der CARISA-Studie in der Teilpopulation der Diabetespatienten unter Ranolazin eine signifikante HbA1c-Wert-Senkung beobachtet [Timmis AD et al. EHJ. 2006;27:42–8].

Mehr zum Thema stabile KHK gibt es unter: https://www.springermedizin.de/khk-ad-berlinchemie/15548622.

Literatur

  1. Symposium „Bridging the gap in the management of stable angina patients“, ESC-Kongress; Paris, September 2019 (Veranstalter: Berlin-Chemie)Google Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Simone Reisdorf
    • 1
  1. 1.

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