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MMW - Fortschritte der Medizin

, Volume 161, Issue 14, pp 82–82 | Cite as

Chronisch obstruktive Lungenerkrankung

Kardiovaskuläre Komorbiditäten kaum im Fokus

  • Ralph Hausmann
PHARMAFORUM
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_ Die häufigsten Komorbiditäten von Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) stellen kardiovaskuläre Krankheiten dar. Dem DACCORD-Register zufolge treten Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei 51,9% der Betroffenen auf. An zweiter Stelle steht der Diabetes mellitus Typ 2 mit einer Prävalenz von rund 14% [Worth H et al. Resp Med. 2016;111:64–71].

Aus den aktuellen Daten der deutschen COSYCONET-Kohorte zur COPD und systemischen Begleiterkrankungen geht hervor, dass 15% der Patienten eine echokardiografisch diagnostizierte systolische Herzinsuffizienz (HI) aufwiesen und 54,1% eine arterielle Hypertonie [Alter P et al. AJRCCM. 2019;199:A7041]. Entgegen den Erwartungen der Autoren fiel jedoch die Gesamtrate an HI-spezifischer Medikation — Diuretika (21,8%), RAAS-Inhibitoren (50,2%) und Betablocker (31,8%) — gering aus. „Bei einem signifikanten Anteil an COPD-Patienten scheint eine bestehende Linksherzinsuffizienz nicht erkannt zu werden und somit unbehandelt zu bleiben“, folgerte Prof. Michael Dreher, Aachen.

Des Weiteren zeigen neue Daten, dass besonders bei COPD-Patienten eine Dyspnoe durch viele Umwelteinflüsse und andere externe Faktoren getriggert werden kann. In der Patientenbefragung [Daher A et al. Lung. 2019;197:21–8] berichteten deutlich mehr COPD- als HI-Patienten ohne Atemwegsobstruktion über Dyspnoe bei fast allen Wetter- und Umwelteinflüssen, sagte Dreher weiter. So klagten signifikant mehr COPD- als HI-Patienten bei Faktoren wie Pollenflug, Regen, Frost und hohen Ozonwerten über eine schwere bis sehr schwere Dyspnoe. Bei der Mehrheit der COPD-Patienten wurde eine schwere Dyspnoe auch durch Nebel und Parfümduft ausgelöst, aber nur bei wenigen HI-Patienten.

Wie der niedergelassene Pneumologe Dr. Mark Voss-Dirks, Hannover, betonte, besteht ein Problem darin, eine COPD möglichst früh zu diagnostizieren, denn die Dunkelziffer ist hoch. Eine frühzeitige Therapie kann den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. Auch sei es wichtig, immer wieder die Inhalationstechnik der Patienten zu überprüfen.

Literatur

  1. Online-Webinar „Pneumologie Highlights“, 5. Juni 2019 (Veranstalter: Novartis )Google Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Ralph Hausmann
    • 1
  1. 1.

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