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MMW - Fortschritte der Medizin

, Volume 161, Issue 14, pp 79–79 | Cite as

Studie aus dem Versorgungsalltag

NOAK sind sicherer als Phenprocoumon

  • Dirk Einecke
PHARMAFORUM
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_ Bisher hatten sich die Nicht-Vita-min-K-abhängigen Antikoagulanzien (NOAK) in großen Doppelblindstudien jeweils mit Warfarin gemessen. Auf dem DKG-Kongress 2019 stellte Prof. Hendrik Bonnemeier, Kiel, die Ergebnisse einer Untersuchung aus dem deutschen Versorgungsalltag vor, in der NOAK mit Phenprocoumon (Marcumar®) verglichen wurden.

Grundlage der aktuellen Studie RELOADED bildeten Krankenkassendaten von 64.290 Patienten mit Vorhofflimmern, die zur Schlaganfallprophylaxe auf Rivaroxaban (n = 22.339), Apixaban (n = 16.201) oder Phenprocoumon (n = 23.552) eingestellt worden waren. Etwa ein Viertel dieser Patienten wies eine eingeschränkte Niereninsuffizienz auf.

Nach durchschnittlich 1,1-jähriger Antikoagulation erfolgte eine Auswertung bezüglich Wirksamkeit (Schlaganfall oder Embolie) und Sicherheit (Blutungen und Nierenkomplikationen). Dabei zeigten sich beide Faktor-Xa-Hemmer gegenüber Phenprocoumon als ebenso wirksam, aber sicherer, berichtete Bonnemeier.

Deutlich weniger intrakranielle Blutungen

Hinsichtlich Rivaroxaban (Xarelto®) ergab sich, dass der Faktor-Xa-Hemmer gegenüber Phenprocoumon die Risiken für intrakranielle Blutungen deutlich reduzierte (0,31 vs. 0,55 pro Jahr, HR: 0,57 [0,43–0,75]) und tendenziell auch tödliche Blutungen (0,36 vs. 0,48 pro Jahr, HR: 0,78 [0,6–1,03]). Der Vorteil bei tödlichen Blutungen erreichte in der Subgruppe der niereninsuffizienten Patienten Signifikantniveau (0,61 vs. 1,06 pro Jahr, HR: 0,63 [0,42–0,95]).

Der Faktor-Xa-Hemmer erwies sich auch als renoprotektiv. Das Risiko einer terminalen Nierenerkrankung wurde sowohl insgesamt als auch bei renaler Vorerkrankung erheblich reduziert (0,12 vs. 0,52 pro Jahr, HR: 0,34; 0,34 vs. 1,75 pro Jahr, HR: 0,27), und auch das Risiko für ein akutes Nierenversagen nahm ab (0,58 vs. 0,8 pro Jahr, HR 0,81). Die mit Rivaroxaban behandelten Patienten wiesen einen CHA2DS2-VASc-Score von 3,6 (4,6 sofern niereninsuffizient) auf und waren im Schnitt 71 (bei Niereninsuffizienz 76) Jahre alt.

Bonnemeiers Fazit: Die Daten bestätigen einmal mehr die ESC-Leitlinien von 2016, denen zufolge NAOK bei Vorhofflimmern Vitamin-K-Antagonisten vorgezogen werden sollten.

Literatur

  1. Pressekonferenz „Neue Daten zu Rivaroxaban“, Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie; Mannheim, April 2019 (Veranstalter: Bayer)Google Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Dirk Einecke
    • 1
  1. 1.

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